Thorir Georg - I Will Die And You Will Die And It Will Be Alright - Cover
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Thorir Georg I Will Die And You Will Die And It Will Be Alright


  • Label: Stargazer Records/Broken Silence
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Lebens- und Sterbebegleitung für Psychedelic-Folk-Anhänger. Galaxie 500, Mattias Hellberg und Syd Barrett grüßen vom melancholisch-luftigen Wolkenbett.

Thorir Georg hat sich in den Nuller Jahren einen Namen in der isländischen Hardcore Punkszene gemacht. Dabei spielte er sich vor allem mit der Band Gavin Portland in den Vordergrund. Auf seiner Akustikgitarre hatte er jedoch wiederholt Songs komponiert, unter dem Namen My Summer As A Salvation Soldier veröffentlicht und auch damit für lokale Aufmerksamkeit gesorgt. Bei Konzerten von My Summer As A Salvation Soldier konnte man nie sicher sein, ob Thorir Georg solo-akustisch oder mit einer Rockband, die schon mal in Neil Young & Crazy Horse-Nähe lärmen konnte, auftrat. 2010 entschloss er sich, seine Alben als Thorir Georg zu veröffentlichen, wobei sein erstes als Lo-Fi-Folk und sein zweites als Post-Punk einzuordnen ist.

Mit seinem aktuellen Werk „I Will Die And You Will Die And It Will Be Alright“ will Georg nun den lokalen Rahmen sprengen und spielte sein Debüt für das Label Stargazer ein. Dieses wird mit einem luftig-flockigen Psych-Folk-Song namens „Thrive“ eröffnet. Dabei ist die nordische Melancholie nicht nur bei diesem Titel greifbar, vielmehr durchzieht sie das ganze Album. Vergleiche mit Lou Reed, Jonathan Richman, Bill Callahan, Neil Young, Will Oldham etc. blieben nicht aus, wobei diese eher der atmosphärischen Ausrichtung geschuldet sind, als einer direkten musikalischen Entsprechung. Immer wieder versteht es Georg, akustisches und elektrisches Gitarrenspiel miteinander zu verknüpfen, daraus einen psychedelischen Folk zu zaubern, der von nahezu hingetupften Rhythmusfarben abgefedert wird. Dazu schlängeln hin und wieder schillernde bis sakrale Orgelsounds („Changes“) ins Klangbild. Das alles lässt so manches Mal an die sanft verträumte Psychedelik von Galaxie 500 denken.

Wiederholt ist es Thorir Georgs Stimme, die einen zunächst wie beiläufig berührt und schließlich hohes Suchtpotential bewirkt. Kaum ist ein Song vorbei, steigt die Vorfreude auf den nächsten, denn der hintergründige sanfte Twang seiner Stimme wird immer wieder in diese watteweichen Klänge gebettet. Ein besonderes Element sind die ausnahmsweise auf Isländisch gesungenen Songs wie z.B. „Rautt“, das mit nordischer Exotik und Melancholie zusätzliche Klangfarben ins Spiel bringt.

Selbst das über neun Minuten andauernde, mit Schwermut, Monotonie und Störgeräuschen bedeckte „The Thing Is“ erfährt diese psychedelische Luftig- und Leichtigkeit, die auf ähnliche, dennoch andere Weise auf dem Album High In The Lowlands des Schweden Mattias Hellberg zu hören war. Auf dem finalen Titelsong klampft sich Thorir Georg in die Glückseligkeit des Sterbens und wird im Jenseits von keinem Geringeren als Syd Barrett von Pink Floyd abgeholt. Ein unauffälliges Talent dieser Isländer, das dennoch zu strahlen versteht. Lebens- und Sterbebegleitung für junge wie alte Psychedelic-Folk-Anhänger!

Anspieltipps:

  • Thrive
  • Changes
  • The Thing Is
  • I Will Die And you Will Die And It Will Be Alright

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