Chloe Charles - Break The Balance - Cover
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Chloe Charles Break The Balance


  • Label: Make My Day Records
  • Laufzeit: 42 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Kunst und Emotion im Gleichgewicht. Kreativität und Intensität gipfeln in Chloe Charles‘ Stimme.

Chloe Charles wurde 1985 in Toronto geboren. Ihre Mutter ist Kanadierin, der Vater kommt aus Trinidad. Ihre Identität als gemischtrassiger Mensch war für sie so prägend wie die ländliche Umgebung, in der sie aufwuchs. Sie lernte die Natur zu schätzen, die ihr auch als Quelle der Inspiration diente. Das Grundstück ihres Großvaters war mit Bäumen und Skulpturen eine Art Zauberwald für die junge Chloe und an einem kleinen Weiher fantasierte sie kleine Melodien zum Gesang der Frösche. Außerdem wurde sie von der Kreativität der Mutter und Großmutter beeinflusst.

2005 nahm sie ihr Debütalbum „Can You Hear Me“ auf, das sie jedoch nicht in Gänze zufrieden stellte. Sie spürte, dass es musikalisch noch viel zu entdecken gab, wozu eine klassische Gitarre beitrug. 2007 begann sie, mit diesem Instrument ihre Identität als Singer/Songwriterin zu verändern. Ein Wandel, der auf ihren Low-Fi-Alben „Souvenir“ und „A Quest For Imperfection“ dokumentiert wurde. Schließlich sammelte sie ausgiebig Bühnenerfahrung und studierte zudem klassische Gitarre und Piano an der Universität von Toronto.

Danach war sie bereit, ihre ganze Zeit der Musik zu widmen, tourte in den USA und in verschiedenen europäischen Ländern. Auf der Bühne versteht sie es, ihre Songs immer wieder in neuen Arrangements und veränderter Instrumentierung zu präsentieren. Dabei performt sie wiederholt als Solokünstlerin und tritt zudem als Background-Sängerin für diverse Interpreten in Erscheinung. Außerdem wurde sie Teil der Torontoer Band Sacred Balance.

Ihr aktuelles Werk „Break The Balance“ könnte Chloe Charles zum Durchbruch in Europa verhelfen. Zumindest in anspruchsvollen Singer/Songwriter-Kreisen wird sie hiermit Anerkennung und Lob erfahren. Das Album sprudelt geradezu über vor kreativen Ideen. Die nervöse Energie der ersten Titel weicht bald einer Intensität, die Chloe Charles in Komposition und Stimme legt. Dabei ist nicht entscheidend, dass sie einige Oktaven singen kann, vielmehr beherrscht sie die Fertigkeit, die Balance zwischen Kunst und Emotion in ein ausgewogenes Verhältnis zu setzen.

Die Saiten der klassischen Gitarre werden gezupft oder gestreichelt, werden zur zweiten Stimme der Protagonisten. Dahinter weilt ein raumgreifender Bass, der mit dem Schlagwerk ein reduziertes bis opulent anschwellendes Fundament ausbreitet. Die Streicher ziehen als Nachtschatten oder tupfen lichte Farbelemente ins Klangbild. Über allem schwebt, vibriert und gleitet Chloe Charles‘ Stimme, deren Phrasierungen die fantasievollen Songtexte reflektieren, wobei es ihr gelingt die affektierten Momente weitestgehend auszusparen. Stilistisch ist das kaum zu fassen, weil die Kompositionen rund laufen und die zum Teil mystisch angehauchten Lyrics jegliche Peinlichkeit vermissen lassen. Wenn das Wort Ausnahmetalent Sinn macht, dann bei Chloe Charles.

Anspieltipps:

  • My Child
  • Soldier
  • Break The Balance
  • Nottingham
  • God Is A Toad

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