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T.I. Trouble Man (Heavy Is The Head)


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 72 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

T.I. zeigt uns zusammen mit P!nk und Akon die poppige Seite des HipHop.

So langsam trudelt das Jahr 2012 aus. In den Musikredaktionen sind die Bestenlisten zwar längst geschrieben, doch ein paar unermüdliche Labels versorgen den Markt immer noch, quasi bis zur letzten Minute, mit mehr oder weniger hochkarätigen Neuerscheinungen wie zum Beispiel dem achten Studioalbum von Rapper und Schauspieler T.I., „Trouble Man (Heavy Is The Head)“.

Nachdem der „King of the South“ vor drei Jahren seinen persönlichen Tiefpunkt erreicht hatte, weil der bereits vorbestrafte Musiker wegen illegalen Waffenbesitzes verhaftet und zu einem Jahr Gefängnis und 1000 Stunden Sozialarbeit verurteilt wurde, holte den Südstaaten-Rapper das Gesetz Ende 2010 erneut ein. Clifford Joseph Harris jr. alias T.I. hatte gegen seine Bewährungsauflagen verstoßen und musste zur Strafe nochmals für elf Monate ins Gefängnis.

Das parallel veröffentlichte Album „No Mercy“ verpasste daraufhin zum ersten Mal nach „Urban Legend“ (11/2004) den ersten Platz der amerikanischen Billboard Charts und verkaufte sich eher zurückhaltend, obwohl es Kollaborationen mit Eminem, Drake, Kanye West und Christina Aguilera enthält. Deshalb gilt es nun, mit „Trouble Man (Heavy Is The Head)“ an die Millionenverkäufe der Vorgängerwerke anzuschließen, wozu sich T.I. (32) wiederum Topstars wie P!nk, Cee-Lo Green, Akon, André 3000 (OutKast), R. Kelly und Lil Wayne sowie die Newcomer A$AP Rocky und Meek Mill ins Studio holte.

Nach dem ganzen privaten Stress in den vergangenen Jahren hätte es wohl niemanden gewundert, wenn „Trouble Man (Heavy Is The Head)“ ein schwermütiger Longplayer geworden wäre, der sich trübsinnig und träge mit der Vergangenheit beschäftigt. Doch diesen Fehler begeht der 32-Jährige nicht. Er geht mit frischer Energie an den Start und feiert seine Rückkehr mit einem leichtgängigen HipHop/Rap-Sammelsurium, das sich stilistisch nicht auf einen Bereich festlegen lassen will und großflächig in alle Richtungen des Genres Ausschau hält. So gibt es natürlich jede Menge fein produzierte Dicke-Hose-Beats („The introduction“, „Go get it“, „The way we ride“, „Who want some“), aber auch auffällig viele poppige Melodien („Can you learn“ – im Schlepptau mit R. Kellys weichgespülter Ladykiller-Stimme, „Guns and roses“ zusammen mit Popsirene P!nk und „Wonderful life“ im Verbund mit Allzweckwaffe Akon und einem „Your song“-Sample von Elton John).

Bei all diesen ungewöhnlichen Kooperationen bleibt die Tiefgründigkeit zwar etwas auf der Strecke. Doch T.I. wollte bewusst keine eindimensionale Atmosphäre erschaffen und liefert auf diesem Weg ein sehr solides Album ab, das bei Puristen für Stirnrunzeln sorgen könnte, aber zum Jahresabschluss noch einmal für ein paar (wenn auch nur kleine) Ausrufezeichen gut ist.

Anspieltipps:

  • Ball
  • G season
  • Guns and roses
  • Wonderful life
  • Who want some

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