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Diverse Christmas Rules


  • Label: Concord/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 59 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Weihnachtsalbum der anderen Sorte, mit einer musikalischen Vielfalt, die einem ausgelutschten Thema neues Leben einhaucht.

Gut, dass es Jahr für Jahr solche Alben wie „Christmas Rules” gibt, sonst wüsste der geneigte Plattenkäufer vermutlich gar nicht, dass das Fest der Liebe vor der Tür steht und er gefälligst noch etwas von seinem hartverdienten Geld in den Wirtschaftskreislauf hineinblasen sollte. Dabei wollen wir „Christmas Rules“ gar nicht Unrecht tun. Denn der auf dem Hear Music Label der eigentlich als Jazz-Label bekannten Concord Music Group erscheinende Sampler versammelt eine ziemlich ungewöhnliche Mischung von Bands und Solokünstlern, die sich aus so unterschiedlichen Genres wie Indie-Pop, Soul, Jazz, Country, Folk und Singer/Songwriter zusammensetzen.

Namentlich sind damit u.a. Musiker wie Fun., Paul McCartney, Diana Krall, The Shins, Holly Golightly, Punch Brothers, Calexico, The Civil Wars, Sharon Van Etten, Rufus Wainwright, Andrew Bird und Eleanor Friedberger (The Fiery Furnaces) gemeint, die zwar alle dasselbe Ziel verfolgen, nämlich eine weihnachtliche Atmosphäre in die Wohnzimmer zu zaubern, doch dies in musikalischer Hinsicht so lösen, dass nicht gleich das große Gähnen beim Hörer aufkommt. Das liegt natürlich zum einen an der musikalischen Umsetzung, die dem weihnachtlichen Treiben die Gene oben genannter Stilarten einpflanzt und zum anderen am Verzicht auf die üblichen Weihnachtslieder, die einem aus den Kehlen der angesagten Popstars inzwischen gepflegt zum Halse heraushängen.

Merke: Es geht auch ohne Glöckchengebimmel, Rentiere, Mistelzweige und einem Coca-Cola saufenden Santa Claus, der in einem roten Truck durchs Unterholz rumpelt. Selbst wenn gefühlt in jedem zweiten Songtitel das Wort „Christmas“ vorkommt, ist der Ansatz, den „Christmas Rules“ verfolgt, ein anderer. Die beteiligten Musiker bleiben ihren Genres treu und steuern Eigenkompositionen bei, die bei thematisch anderen Texten kaum als Weihnachtslieder auszumachen wären. Damit bekommt dieses X-Mas-Album ein anderes Gesicht als die meisten mit Stars gespickten Sampler oder die vielen Solowerke, die jedes Jahr auf den Markt geworfen werden. Dadurch verdient sich das „Christmas Rules“-Album am Ende seine Daseinsberechtigung, die es auf den ersten Blick nicht inne hatte, was als angenehme Überraschung gewertet werden kann.

Anspieltipps:

  • Auld lang syne
  • Green grows the holly
  • We need a little christmas
  • O come, o come Emmanuel
  • May ev’ry day be christmas
  • The christmas song (chestnuts roasting on an open fire)

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