Twin Shadow - Confess - Cover
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Twin Shadow Confess


  • Label: Beggars/INDIGO
  • Laufzeit: 43 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
7.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Lass dir nich vom Cover täuschen! Dit is keen DSDS-Jewinner.

Mutti, warum hast’n Vatis schwarze Lederjacke der Altkleidersammlung jespendet? Dit is jetzt wieder trendy, och deene Dauerwelllockenwickel kannste rauskramen, dit wird wieder cool. Wie, wat? Woher ick dit wees? Haste schon mal wat von Twin Shadow jehört? Is besser als dit, wat ihr damals hattet, und irjendwie jenauso jut. Globste nich, wa?

Hör mal, dit erste Lied „Golden Light“ fängt ja schon so an, wie deene Jugend uffjehört hat. Wie´n Herzschlach, janz sanft bejinnt dit, jeht in deenen Kopp rin, durchn janzen Körper, und wenn er dann anfängt zu trällern, der George Lewis Jr., dann fängst du an zu heulen. Siehste, da kommen die Tränen schon. Spätestens, wenn der Chor insetzt und du janz eendeutich Gerard McManns „Cry Little Sister“ raushörst, biste wieder da, wo de nie wech wolltest: in den 80ern. Det zweete Lied is jenauso super, fast sojar noch besser als dit erste. „You Call Me On“ hat mit Abstand die beste Bridge vom janzen Album, da krieg ick immer richtije Jänsepelle. „I don’t give a damn about your dreams / Or a world that is falling at the seams cause / That’s what it’s supposed do”. Dit is mal wat anderet. Dit is Kunst. Die jesamte Produktion des Albums is eenmalich. Twin Shadows Jitarre is dit treibende Element uffm Album und der Junge versteht wat davon, sie an den richtijen Stellen perfekt inzusetzen. Wie och in „Five Seconds“, dit isn Ohrjasmus sag ick dir, dit is die langersehnte Perfektion des Pops, vier Minuten und zwanzich Sekunden, in denen du ordentlich rumzappeln wirst. Der Beat is so fesselnd, jeder Jitarrenriff zaubert dir´n Lächeln ins Jesicht, weil du nich globen willst, dat Musik so makellos sein kann.

Die Überraschungen nehmen ja keen Ende, und wenn de erstmal bei „When The Movie’s Over“ anjekommen bist, dem kleenen Jeheimtip von „Confess“, der sich durch den wahrscheinlich packendsten Refrain des Albums ooszeichnet, wünschte dir, dat dit allet niemals enden würde. Aber „Confess“ wird enden, daruff versucht George uns mit „I Don’t Care“ schon mal langsam vorzubereiten. Janz ruhije Töne, unjewöhnlich ruhije Töne, werden nun anjeschlajen und bringen dir fast jenau so zum Heulen wie „Golden Lights“ dit och schon jeschafft hat. Die Worte „Before the night is through / I will say three words / I’ll probably mean the first two and regret the third / I don’t care” enttarnen Twin Shadow dann doch als den weisen, alten Mann, der er unter der janz knackijen Oberfläche nun mal is. Wirklich ´nen Grund zur Klaje haste uff diesem Album nich, och wenn „Beg For The Night“ mit dem überirdischen Rest nich so mithalten kann. Dit is aber ja nich schlimm, wäre ja öde, wenn jeder Song inner Highlights-Liste ufftauchen könnte, wa?

Kiek mir jetzt nich so wehmütich an, Mutti, ick hab dir ja jesacht, dat dir die Ogen vor lauter Staunen rausfallen werden. „Confess“ is dat, watte früher, im Sommer 1982, beim Rumknutschen mit Papa uffm Motorrad im Tierjarten jerne jehabt hättest. Und, obwohl man dit Jefühl hat, Twin Shadows Lieder schon vor dreißich Jahren im Radio jehört zu haben, wees man doch janz jenau, dat dit sowat Eenmalijet noch nie jab und dit so schnell och nich mehr kommen wird.

Anspieltipps:

  • You Call Me On
  • Golden Light
  • Five Seconds
  • When The Movie’s Over
  • I Don’t Care

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