Leons Massacre - Turning Point - Cover
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Leons Massacre Turning Point


  • Label: Noizgate Records/Rough Trade
  • Laufzeit: 47 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Von allem etwas und das sehr laut.

Zu Beginn: Glückwunsch nach Österreich für eine weitere, völlig unnötige Dubstep-Post-Hardcore-Kollaboration. Die halbherzige Schranz-Version des einzig radiotauglichen Tracks (à la Bullet For My Valentine) ist minderwertige Ware für das Genre und lässt trotz Geballer kalt. Wenn wir diesen Song nicht berücksichtigen, sind am Ende alle besser dran. Ansonsten schaffen es die fünf Alpenländler schließlich auch ohne Crossover, eine Dreiviertelstunde lang pure Kraft aus den Boxen strotzen zu lassen. Ist die durchgängige Adrenalin-Tour aber genug, um ein gutes Album zu schaffen?

Mit ein paar Sprechgesang-Einlagen, Screams und Growls, sowie Metal-üblichen Background-Vocals soll eine Bandbreite geboten werde, die sich zu keinem Zeitpunkt wirklich entfalten kann. Heavy Metal ist die Maximal-Attitüde der Band. Jedoch werden die Ideen schnell der Lautstärke untergeordnet und nur wenige Hörer werden die unterschiedlichen Herangehensweisen an die jeweiligen Lieder ausmachen können. „Scene Of The Massacre“ und „Sorry (I'm Just Proud To Be Better Than You Bitch)“ kopieren sich stellenweise selbst. Abgesehen von dem akustischen Einheitsbrei, muss man eben diesem jedoch zugestehen, dass das Adrenalin gnadenlos hochgehalten wird. Allein „Gunfire“ hebt sich durch längere Gesangspassagen ab, welche allerdings viel mit der Zahl 08/15 zu tun haben.

Mit jedem neuen Song wartet man weiter auf die Eigenständigkeit der Band. Aber so laut und gnadenlos wie sie, sind noch viele andere. Sie sind weder besser, noch schlechter als jene, doch ihr großes Stil-Potpourri wirkt zumeist mehr wie ein Kniefall vor Vorbildern und nicht wie eine eigene Vision. Vielleicht sind die letzten Töne von „Blackout“ das eigentliche Gesicht der Band. Eine akustische Liebesbekundung an das Musische? Zumindest ist dieser Schluss die einzige Passage des Albums, die sich aktiv vom undurchdringbaren Einerlei der Platte abheben kann. Was Leons Massacre bei aller Lautstärke machen, kracht genau so, wie es das auch soll. Das ist das erreichte Minimalziel, lässt aber unglaublich viel Luft nach oben, wo sich Bands mit eigener Identität aufhalten.

Anspieltipps:

  • Blackout
  • Gunfire
  • Salvation or Illusion

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