Creature With The Atom Brain - The Birds Fly Low - Cover
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Creature With The Atom Brain The Birds Fly Low


  • Label: Wastemyrecords/CARGO
  • Laufzeit: 46 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Creature With The Atom Brain verschaukeln auf ihrer neuen Platte den Hörer.

Ist es Progressive oder doch eher Psychedelic Rock? Vom ersten Akkord an klingt der zweite Output der Belgier von Creature With The Atom Brain (CWTAB) wie eine Zeitreise in die späten 70er. Wabernde und kriechende Melodien stehen auf dem Programm und sollen den Hörer einspannen. Neben viel Authentizität versuchen CWTAB allerdings auch leichte Melodien in ihr kantiges Gerüst zu quetschen. Ob diese Mischung halbgar oder hypnotisierend wirkt, ist der Knackpunkt des neuen Albums „The Birds Fly Low“.

Der Auftakt macht schon bei allen handwerklichen psychedelischen Retro-Kniffen deutlich, dass die Hooklines nicht fehlen sollen. Der Opener „Hit The Sky“ geht genauso leicht ins Ohr wie der verruchte Rocksong „Wolf Eye“ im Anschluss. Besonders dieser überzeugt mit deftigem Bass und Bläsern im Chorus als vielfältige Retro-Nummer. Hier fühlt man die Spielfreude an jeder Ecke. Anstatt sich aber auf Ohrwürmer im Gewand vergangener Jahrzehnte zu fokussieren, gibt es auch Rhythmus-Experimente („Southern Wind“) und Genre übergreifende Lieder (z.B. „The Beauty Of Rain“).

„The Beauty Of Rain“ kann als Dub-Nummer allerdings nicht wirklich zünden und auch die instrumental beherrschten Nummern „Black Rider Run“ und „The Dust Of Time“ haben nur bedingt Elemente vorzuweisen, die einen an die Arrangements ketten. Eher repetitiv gehen die Lieder an uns vorbei. Umso froher ist man über die abermals wabernden Nummern „Sayonara“ und „Nightlife“, die wieder mehr auf verführerisch rauchige Hooklines setzen und dem Hörer Zugang zum Sound erlauben. Leider lassen sich die Belgier auch im weiteren Verlauf ihre Instrumental-Ausflüge nicht nehmen („Red River“ und „Slide“), wovon nur „Slide“ mit einer gehörigen Portion Krach für so etwas ahnliches wie Abwechslung sorgen kann.

Nur die verschrobenen Zeitgenossen werden die Mischung aus arabischen Noise-Synthies und Surfer-Gitarren in „R-Frequency“ feiern können, während das Album selbst seine Zugänglichkeit mit zunehmender Spielzeit für verquere Experimente aufgibt. Hier kommt die progressive Ader durch, welche allerdings viel zu sehr auf Dissonanz und Krach setzt und nur selten diese Elemente direkt mit der Musik verbindet. Das kann und soll nicht jedem gefallen und hinterlässt für das Gros der Hörerschaft wohl ein mulmiges Gefühl in der Magengrube.

Anspieltipps:

  • Hit The Sky
  • Wolf Eye
  • Sayonara

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