Asylum Pyre - Fifty Years Later - Cover
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Asylum Pyre Fifty Years Later


  • Label: Massacre Records
  • Laufzeit: 49 Minuten
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3.5/10 Unsere Wertung Legende
8.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Naturverbundener Franzosenmetal, der sein Ökoimage mit Ideen-Recycling und erdigem Charme offen auslebt.

In zwei Wochen geht die Welt unter! Dem Himmel sei Dank bringen Johann Cadot (Gesang, Gitarre), Hervé Schiltz (Gitarre), Tony Decaillon (Keyboard) und Julien Peuch (Bass) mit Unterstützung des Fairyland-Drummers Vince Kreyder und der unmissverständlich betitelten Chaos Heidi am Mikrophon ihren zweiten Longplayer namens „Fifty Years Later“ noch auf den Markt, bevor unter anderem abertausende Meteoriten auf der Erde einschlagen und wir alle qualvoll zu Tode verdampfen, zerbrutzeln oder schlicht und ergreifend erschlagen werden. Immerhin hätten Melodic Metal-Fans mit sadomasochistischer Attitüde dann nicht den Nachfolger zum 2009er Debüt „Natural Instinct“ vernommen und niemals erfahren, ob sich die französische Truppe in drei Jahren verschlimmbessert hat!

Ob wir nun also wollen oder nicht, „Fifty Years Later“ liefert die Antworten dazu. Die erste Hürde, die dabei genommen werden muss, ist die anfänglich als verschnupft einzustufende Sängerin Heidi, die, wie sich jedoch später herausstellt, nicht während der Studioaufnahmen eine Erkältung hatte, sondern lediglich aufgrund ihrer Herkunft eine mitunter recht amüsante Betonung vorzuweisen hat. Auf den geringen tonalen Umfang ihres Organs und der Entscheidung, sie als Mitglied aufzunehmen, weil ihre spindeldürre Erscheinung wahrscheinlich 85% der angestrebten Zielgruppe anspricht, wollen wir lieber nicht näher eingehen. Widmen wir uns stattdessen den positiven Aspekten der Platte, soll heißen der spontan einsetzenden Spielfreude der Gitarristen (in den meistens im hinteren Songdrittel vorzufindenden Soloeinlagen) und gelegentlichen, als Ohrwurm zu identifizierenden Melodien, die zwar keineswegs über den Genrestandard hinausragen, dafür aber zumindest nicht penetrant in Dauerschleife dem Hörer um die Ohren geschlagen werden.

Ansonsten haben Asylum Pyre abseits von ökologisch wertvollen Streicheleinheiten wie dem mahnenden, wenn auch freizügigen Albumcover, den Geschichten über die nicht nachhaltig agierende Menschheit oder der ruhigen Ballade „Fishermans day“, die ausschließlich von Johann eingesungen wurde, nur Kopfschütteln zu bieten. Dies fängt bei „The herd“ mit den eingezwickten Eiern von Herrn Cadot an, geht über in das mittelmäßige Abziehbild eines progressiv-angehauchten Female Fronted Acts der Marke Nightwish oder Within Temptation und hört bei den letzten drei Nummern, der überlangen Schlaftablette „Any hypothesis“, dem rüden Gepolter „Just before the silence“ und dem vor sich hin mäandernden Titeltrack, auf. Mal im Ernst, die letzten Tage der Menschheit kann man wirklich sinnvoller nutzen.

Anspieltipps:

  • These Trees
  • Fishermans Day

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