Bad Religion - True North - Cover
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Bad Religion True North


  • Label: Epitaph/INDIGO
  • Laufzeit: 35 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

35 Minuten, 16 Songs, viel Action, wenig Abwechslung.

Da soll sich nochmal einer aufregen, dass sich bei den US-Punks von The Offspring alles gleich anhört. Wer so etwas behauptet, kennt Bad Religion nicht. Die sechs Musiker aus Los Angeles sind praktisch die Meister der Stilsicherheit, im positiven wie im negativen Sinne. Schön für diejenigen, die nicht auf Überraschungen stehen, nicht so schön für alle Freunde der Veränderung. Und gerade weil Bad Religion auf ihrem 16. Studioalbum „True North“ im Vergleich zum Vorgänger „The Dissent Of Man“ wieder mehr Härte zeigen, ist es ein typisches Album dieser Band geworden. Keine Faxen wie bei „Won’t Somebody“ oder „Cyanide“ – straight to your face bis der Letzte verstanden hat, dass 33 Jahre Bandgeschichte kein Grund zum Altern sind.

Respektable 16 Songs knödeln Dr. Greg Graffin und seine Mannschaft innerhalb von 35 Minuten durch. Da muss nicht lange gerechnet werden, um festzustellen, dass nicht viele Stücke auf „True North“ die Drei-Minuten-Marke überspringen können. Genau genommen wird nur einem Song diese Ehre zuteil: „Hello Cruel World“, der einzigen Midtempo-Nummer weit und breit, die mit dem entsprechenden Antrieb vermutlich locker unter zwei Minuten geblieben wäre. Aber das ist hier ja kein Wettrennen. Alleine der Umstand, dass „Dharma And The Bomb“, der zweite lediglich etwas „ruhigere“ Track auf „True North“, immer wieder als verhältnismäßig langsam aus dem Material heraussticht, sagt mehr über dieses Album aus, als lange Reden über die Geschwindigkeit der restlichen 14 Songs.

Und die haben es zum Teil wirklich in sich: Der Opener „True North“, die erste Single „Fuck You“, das Sham 69-zitierende „Robin Hood In Reverse“ und das mit einem schönen Mitspring-Refrain versehene „Dept. Of False Hope“ sind Paradebeispiele für sehr gut geschriebene Punkrock-Nummern mit durchdachten Texten. Auch „Land Of Endless Greed“ und „Nothing To Dismay“ ragen aus dem Songpool heraus, was sich über einige andere Stücke auf „True North“ allerdings nicht sagen lässt. Aber das ist eben Bad Religion. Hier muss der Hörer noch nach Details suchen, wenn er wirklich alle Songs auf einer Veröffentlichung im Kopf behalten möchte. Trotz dieser Gleichförmigkeit muss man den Kaliforniern dennoch eines zugutehalten: Wo andere Punkbands mit dem Alter dauerhaft einen Gang zurückschalten und beginnen, irgendwelche Balladen, die keiner hören möchte, auf ihren Alben zu parken, da bleiben sich Bad Religion treu und liefern genau das ab, was die Fans von ihnen hören möchten. That’s Punkrock.

Anspieltipps:

  • True North
  • Fuck You
  • Nothing To Dismay
  • Dept. Of False Hope

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