Biffy Clyro - Opposites - Cover
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Biffy Clyro Opposites


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 55 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
9/10 Leserwertung Stimme ab!

Biffy Clyro positionieren sich 2013 irgendwo zwischen den Foo Fighters und 3 Doors Down.

Da geht was: Über 600.000 Exemplare konnten Biffy Clyro von ihrem 2009er Album „Only Revolutions“ unters Musikvolk bringen, danach haben sie ein Headliner-Konzert in der Londoner Wembley Arena gespielt und wurden schließlich vom NME zur besten Live Band 2011 gekürt. Zwar treten die drei Schotten hierzulande noch in verhältnismäßig kleinen Hallen auf, über den Status eines Insidertipps sind sie aber auch bei uns schon lange hinweg. Und das wird sich auch nicht mehr ändern, schon gar nicht mit einem neuen Output wie „Opposites“, der vor Massentauglichkeit gar nicht mehr anders kann, als reihenweise Fans anzuziehen.

In der Tat haben Biffy Clyro mittlerweile die perfekte Synthese aus hart und weich geschaffen: Rockig genug, um Sympathisanten härterer Klänge zu überzeugen und ausreichend einfühlsam, um sich auch in den Herzen der Menschen zu verankern, die eigentlich nicht auf Alternative Rock stehen. Die aktuelle Single „Black Chandelier“ ist das beste Beispiel für diese Vorgehensweise und es ist schon fast unverschämt, wie gut der Plan dort aufgeht. Mit Blick auf das gesamte Album lassen sich noch so einige Songs finden, die nach einem ähnlichen Prinzip verfahren und damit weitestgehend überzeugen können: „Biblical“ zum Beispiel oder „Modern Magic Formula“. Vieles auf „Opposites“ bietet sich für Filme an, fast alles für Stadien - darauf wurde genauestens geachtet. In „Stingin‘ Belle“ klingen die schottischen Wurzeln in Form von Dudelsäcken durch, bei „Spanish Radio“ sind dem Titel entsprechend Trompeten zu hören. Wer’s mag.

Natürlich kann man Biffy Clyro an nicht nur einer Stelle Größenwahn vorwerfen, bei all dem Bombast und aller Opulenz, die sich immer wieder breitmachen. In „Skylight“ übertreiben sie es ein wenig, beim ruhigen Titeltrack passt dagegen alles wieder ganz gut zusammen. Nur eine Sache mutet komisch an: Warum haben Simon Neil und Kollegen nicht regulär ein Doppelalbum veröffentlicht, sondern liefern in der Standard Edition von „Opposites“ nur eine 14 Songs umfassende Scheibe, während die Deluxe-Variante als 20 Titel beinhaltende Doppel-CD daher kommt. Das passt eigentlich gar nicht zu ihnen. Bei all den großen Gesten auf „Opposites“ wäre ein Doppelalbum doch eigentlich das Mindeste gewesen und irgendeine 5-CD-Box mit 50 Songs das Erweiterungspack. Merkwürdig.

Anspieltipps:

  • Black Chandelier
  • Opposite
  • Modern Magic Formula
  • Biblical

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