Alexis Taylor - Nayim From The Halfway Line EP - Cover
Große Ansicht

Alexis Taylor Nayim From The Halfway Line EP


  • Label: Domino Records
  • Laufzeit: 25 Minuten
Artikel teilen:
4/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Ist Hot Chip im Sinkflug, weil Alexis Taylor mehr an sich selbst denkt?

Hot Chip sind immer noch Kritikerlieblinge und eine empfehlenswerte Band. Das Zauberwort in diesem Satz heißt „noch“. Es kann durchaus passieren, dass so einige Plattenexperten „In Our Heads“ als eines ihrer Top-Alben des Jahres 2012 auf die Bestenlisten setzen. Warum auch nicht? Die Musik Hot Chips wird schließlich nicht wirklich schlechter. Viel mehr wird sie durchschaubarer und verliert deswegen an Kreativität. Es ist fast so, als ob man einfach einen neuen Take der gleichen Szene serviert bekommt. Ob das daran liegt, dass Alexis Taylor auf Solopfaden wandelt oder er diese Wege beschreitet, um den Fesseln der Band zu entkommen, soll sich auf seiner EP „Nayim Of The Halfway Line“ nicht klären lassen.

Vergesst den Club, vergesst House. Was bleibt dann noch von Hot Chip? Der „intime Schlafzimmerpop“? Nun, nicht wirklich. So klingt „Rhodes Dream“ mit seinen hallenden Steeldrums nach einer psychedelisch sanften Urlaubswerbung. Und das Album bleibt diesem Credo treu. „You Want Me“ und „Hot Squash“ sind repetitive und ziellose Minimalismus-Stücke, die mit niedrigem Aufwand hohen Ertrag erzielen wollen. So unpassend der Funk in „You Want Me“ ist und in Verbindung mit Elektro-Geklimper weder beruhigen, noch zünden will, so uninspiriert sind die verwaschenen Gitarren zum verzerrten Autotune-Gesang in „Hot Squash“. Was will Alexis Taylor uns mit dieser Musik sagen? „Hot Squash“ kann man mit einem Remix wahrscheinlich noch zu nickenden Anhängern verhelfen, aber ansonsten trifft es für solche Arrangements wirklich nur das Wort unausgegoren.

„Jesus' Birthday“ setzt der konfusen Scheibe mit einem knapp sechsminütigen Elektro-Gewaber, welches im Anschluss auf fast völlig herunter gedrehter Lautstärke vor sich hin tönt (oder eben nicht), die Krone auf. Das berührt, beruhigt, inspiriert und motiviert so gut wie niemanden. Alexis Taylor schafft dabei allerdings auch keine schwere Kost, die aufgrund ihrer sperrigen, komplexen Art den Hörer überfordert. Es ist mehr ein Elektro-Pop-Regenschauer, der zu grauem Wetter unregelmäßig an die Scheibe klopft und die einzige Ablenkung zu sonstiger Langeweile darstellt. Aber vielleicht haben wir seine Kunst auch nur völlig falsch verstanden...

Anspieltipps:

  • Hot Squash

Neue Kritiken im Genre „Electro-Pop“
6/10

Little Dark Age
  • 2018    
Diskutiere über „Alexis Taylor“
comments powered by Disqus