A$AP Rocky - Long.Live.A$AP - Cover
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A$AP Rocky Long.Live.A$AP


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 65 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

2012 war das Jahr, in dem sich der HipHop neu erfand. Es liegt nun an A$AP Rocky, diese Erfolgsgeschichte in 2013 weiterzuscheiben.

Bereits mit seinen ersten beiden kostenlos veröffentlichten Download-Mixtapes „Deep Purple EP” (07/2011) und „Live.Love.A$AP” (10/2011) sorgte der New Yorker Rapper Rakim Mayers alias A$AP Rocky (24) für mächtig Unruhe in der Szene. Sony Music schlug sofort zu und nahm A$AP Rocky für kolportierte drei Millionen Dollar Vorschuss unter Vertrag. Doch das Jahr 2012 verging, ohne dass das von den Fans heißersehnte offizielle Debütalbum des Eastcoast-Rappes erschien. Stattdessen dominierten die Alben von Newcomern wie Kendrick Lamar, Meek Mill, The Weeknd und Frank Ocean die Medien und stellten den Gesprächsstoff des HipHop-Jahres 2012 dar.

2013 soll nun aber das Jahr von A$AP Rocky werden, der mit „Long.Live.A$AP“ einen der ersten relevanten Releases des noch jungen Jahres an den Start bringt. Nach der Vorabsingle „F**kin‘ problems“ mit den Gästen Drake und Kendrick Lamar konnte davon ausgegangen werden, dass „Long.Live.A$AP“ mit jeder Menge Feature-Power ausgestattet sein würde. Tatsächlich fehlen neben Drake und Kendrick Lamar aber die ganz großen Namen auf der Gästeliste. Und das angekündigte Duett mit Lana Del Rey findet leider auch nicht statt.

Dafür sind die Parts von Florence Welch (Florence + The Machine), Yelawolf, Skrillex und Santigold ziemlich überraschend, was zu dem ungewöhnlich sphärischen Space-Style-HipHop des 24-Jährigen passt, der sich damit in die Phalanx der oben genannten Rapper einreiht, die den HipHop im vergangenen Jahr aus der Sackgasse beförderten. Denn auch A$AP Rocky gelingt es von Beginn an, mit seinen Tracks eine Atmosphäre zu schaffen, die den Hörer anzieht und gar nicht erst auf die Idee kommen lässt, dass „Long.Live.A$AP“ eine 08/15-Veröffentlichung sein könnte.

Rockys Themen sind nicht unbedingt tiefgreifend und mit einem Track wie „PMW (all I really need” (also Pussies, Money und Weed) sehr treffend zusammengefasst. Fakt ist: Richtig etwas erzählen will der Rapper seinen Hörern nicht. Das wird schnell deutlich. Dass es dem New Yorker trotzdem gelingt, eine Spannung aufzubauen, die sich von den üblichen Outputs des Genres unterscheidet, grenzt fast schon an ein Wunder, wobei Rocky durch die mehrmaligen Verschiebungen von „Long.Live.A$AP“ und den damit vorausgegangenen Veröffentlichungen von Kendrick Lamar, The Weeknd und Frank Ocean den Status als Trendsetter freilich verpasst hat.

A$AP Rocky schippert mit seinem Majordebüt locker an Old-School- und New-School-Diskussionen, den Battle um die dicksten Beats und die fetteste Gästeliste vorbei und präsentiert ein fast schon unverschämt lässiges, über den Dingen schwebendes, sehr düsteres Midtempo-Gesamtkunstwerk, das von einer facettenreiche Produktion und dem Schachzug, Leute wie Danger Mouse und Skrillex an Bord zu holen, lebt.

Fazit: „Long.Live.A$AP“ ist nicht der erwartete „deep Shit from da Eastcoast Nigga“, doch dafür eine klug entworfene Blaupause des aktuellen Trendgeschehen im HipHop.

Anspieltipps:

  • Goldie
  • Phoenix
  • I come apart
  • F**kin‘ problems
  • Ghetto symphony
  • PMW (All I really need)

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