Josh Groban - All That Echoes - Cover
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Josh Groban All That Echoes


  • Label: Reprise/WEA
  • Laufzeit: 51 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit dem Green-Day-Produzenten Rob Cavallo im Schlepptau, fährt der erfolgsverwöhnte Klassik-Pop von Mr. Groban an die Wand.

Nachdem Josh Groban (32) auf seinen bisherigen fünf Studioalben bereits mit Produzentengrößen wie Rick Rubin und David Foster zusammenarbeitete, hat sich der schnieke Kalifornier für sein neues Werk „All That Echoes“ die Dienste des hauptamtlichen Rock-Produzenten Rob Cavallo (u.a. Green Day, Avril Lavigne, My Chemical Romance, Paramore, Kid Rock) gesichert. Damit beweist der Sänger mit der markanten Bariton-Stimme Mut zur Lücke, um sein erfolgreiches Klassik-Pop-Gemisch auch zehn Jahre nach seinem Debütalbum einigermaßen frisch und spannend klingen zu lassen.

Neben Rob Cavallo als Produzent beteiligten sich noch Lester Mendez (Shakira, Nelly Furtado, Jessica Simpson, Dido) sowie Walter Afansieff (Michael Jackson, Lionel Richie, Mariah Carey, Whitney Houston) und Chantal Kreviazuk (Avril Lavigne, Kelly Clarkson, Mandy Moore, Christina Aguilera) als Songwriter an dem Album, das darüber hinaus auch noch Coverversionen von Stevie Wonder („I believe when I fall in love it will be forever”), Choir Of Young Believers („Hollow talk”), Glen Hansard („Falling slowly”) und Jimmy Webb („The moon is a harsh mistress” - ursprünglich gesungen von Linda Ronstadt) enthält.

Mit dem von Chantal Kreviazuk geschriebenen „Brave“ beginnt „All That Echoes“ in wegweisender Manier: Eine poppige Hookline wird von wuchtigen Orchesterklängen flankiert, durch die sich Josh Grobans majestätische Stimme ihren Weg bahnt. Das geht runter wie Öl und wiederholt sich in der Folgezeit erstaunlich oft und strukturell immer sehr ähnlich. Ein klassisch ausgebildeter Sänger braucht scheinbar ein festes Gefüge. Der Hörer vermisst dagegen schon nach der Hälfte des Albums Spannung und Spaß.

„She moved through the fair” ist ein von Rob Cavallo neu arrangiertes Traditional, das nur noch durch die Uilleann Pipes (Dudelsäcke) als solches zu erkennen ist. Ansonsten herrscht in diesem Track nur bedächtiges Schwelgen ohne Pepp. Ähnlich folkloristisch, aber wiederum aalglatt produziert, kommt auch „Below the line“ daher. Doch auch der Umzug von Nordeuropa nach Südamerika und das Austauschen des Dudelsacks gegen Blechbläser machen den Kohl nicht fett.

Auf diese Weise verspielt „All That Echoes“ Stück für Stück den Vertrauensvorschuss. Denn jeder Missgriff scheint im Fortgang noch zu toppen zu sein. So ist das im Duett mit dem italienischen Superstar Laura Pausini (38) gesungene und mit jeder Menge Streichern zugeklatschte „E Ti Prometterò“ nichts weiter als triefender Kitsch und das „Hollow talk“-Cover auch nur ein mit Orchesterklängen aufgeblasenes Knallbonbon. Einzig „Sincera“ lässt etwas von der Klasse früherer Groban-Alben aufblitzen.

Darüber hinaus ist der vorliegende Longplayer mit mehr als einem halben Dutzend höchst durchschnittlicher Eigenkompositionen eine große Enttäuschung, die sicher auch zulasten von Produzent Rob Cavallo geht, der den Sänger nicht in gewohnte Bahnen lenken konnte und damit ein uninspiriertes Machwerk mit zu verantworten hat.

Anspieltipps:

  • Brave
  • Hollow talk
  • Falling slowly
  • Happy in my heartache
  • The moon is a harsh mistress

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