Ron Sexsmith - Forever Endeavour - Cover
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Ron Sexsmith Forever Endeavour


  • Label: Cooking Vinyl/INDIGO
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Ron Sexsmith ist zurück in den Händen von Mitchell Froom.

Ron Sexsmith (49) zählt seit über 20 Jahren zu den Geheimtipps der Singer/Songwriter-Szene, denn trotz des zwischenzeitlichen Majordeals bei Interscope Records konnte der Kanadier nie auf berauschende Absatzzahlen seiner Alben verweisen. Dafür ist der Musiker bei Kollegen und Fans umso mehr angesehen und beliebt.

Den bis dato letzten Versuch, endlich seinen kommerziellen Durchbruch zu schaffen, unternahm Sexsmith mit dem von der Hit-Maschine Bob Rock (Bryan Adams, Metallica, The Offspring, Bon Jovi) produzierten „Long Player Late Bloomer“ (02/2011). Doch dieses offensichtliche Gebaren nach Erfolg stieß eher auf gemischte Reaktionen. Also besuchte Sexsmith im Sommer 2011 das Studio von Mitchell Froom (Crowded House, Phantom Planet, Elvis Costello, Paul McCartney, Pearl Jam) und beauftragte den Produzenten zum mittlerweile fünften Mal mit der Betreuung eines seiner Alben.

Und siehe da, bereits bei den Openern „Nowhere to go“ und „Nowhere is“ zahlt sich die Verpflichtung Mitchell Frooms aus, der die Titel mit eleganten Bläsern und Streichern orchestriert hat und damit den Ton für die kommenden Songs vorgibt. Denn „Forever Endeavour“ ist in erster Linie ein Balladenalbum, das sich in zurückhaltender Art an den Hörer heranwagt und nur selten aus sich herausgeht („Snake road“, „Back of my hands“, „She does my heart good“). Dabei erzählt Ron Sexsmith hauptsächlich von den Aufs und Abs zwischenmenschlicher Beziehungen, was gewiss auch auf herkömmliche Singer/Songwriter-Manier (Stimme, Gitarre) funktioniert hätte, aber speziell durch die Orchestrierung Mitchell Frooms auf ein noch höheres Niveau gelangt.

Auch mit „Forever Endeavour“ wird Ron Sexsmith höchstwahrscheinlich kein breiteres Publikum erreichen und auch kaum im Radio gespielt werden. Aber wollen wir das überhaupt? Ist es nicht auch schön, Künstler zu haben, die nicht durch die üblichen Mechanismen der Branche verbrannt werden, sondern ihr eigenes Ding durchziehen und sich dadurch eine treue Fanschar auf der ganzen Welt erarbeiten, die sich im Schnitt alle zwei Jahre auf ein neues Kleinod freuen darf?

Anspieltipps:

  • If only avenue
  • Nowhere to go
  • Deepens with time
  • Sneak out the back door
  • Life after a broken heart

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