Foals - Holy Fire - Cover
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Foals Holy Fire


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 50 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
7.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Wieder da: Die Hörgewohnheitshand ausgestreckt, darf man mitkommen in das warm-wohlige Math-Rock-Universum der träumerischen Foals.

Halten wir fest: Eines der außerordentlichsten Indie-Rock-Debüts der jüngeren Jahre („Antidotes“) und ein Nachfolger („Total Life Forever“), der dem fast schon naturgemäß etwas hinten an stand. So weit die junge Geschichte der Foals.

Als richtungsweisend darf der dritte Longplayer der Oxforder Indie-Math-Rocker also mit einigem Recht bezeichnet werden, denn wie viele Bands, gerade im Indie-Rock, kommen an ihr beeindruckendes Debüt nie mehr heran? Und - Tada! - die Kurve geht wieder nach oben für die Fohlen mit „Holy Fire“. Da haben wir, unironisch gemeint, Glück gehabt, denn die Wärme, die der gefrickelte, in Tempo-Variationen sich wogende Sound samt Melodie-Bögen und Gesangs-Timbre von Yannis Philippakis und seinen Mitstreitern erzeugt macht genau das - glücklich.

Das konkrete Problem auf dem Zweitwerk darf wohl der Zwang zur soundtechnischen Überwindung des gefeierten „Antidotes“ sein. Zu glatt, zu wenig an ihre eigene experimentierfreudige Stärke glaubend, mussten wir 2010 festhalten: „Die Foals eruptieren kaum noch gegen Ende ihrer Songs, Stakkati und Arpeggios adé, entkomplizieren sie ihren Sound auf „Total Life Forever“ sukzessive in Richtung Eingängigkeit.“

Der metaphorische Taschenrechner wurde wieder ausgepackt, diesmal, die Bass-Läufe, Gitarren-Picks und -Riffs streunen im mäandernden Fluss-Delta des warm-subtropischen Foals-Klimas kreuz und quer. Hier will man Zelte aufschlagen, wenn das „Prelude“ zart wachsend sich zu einem echten Rock-Stomper mit Weitblick über die Ebene entwickelt oder „Inhaler“ sich als die perfekte Mischung zwischen Eingängigkeit und Foals'schen Komplexitätskriterien zeigt.

Ja, mit „Holy Fire“ werden Scharen von neuen Jüngern dieser Band zulaufen, denn es ist ihr bis dato souveränstes Werk, wenn auch der formidable Erstling immer seinen Sonderplatz im Geiste behalten wird. Was auf dem zweiten Album ein wenig fehl lief, gelingt hier in Vollendung: Die Hörgewohnheitshand ausgestreckt darf man mitkommen in das warm-wohlige Math-Rock-Universum der träumerischen Foals.

Anspieltipps:

  • Prelude
  • Inhaler
  • Bad Habit
  • Out Of The Woods
  • Milk & Black Spider

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