Johnny Logan - The Irish Connection - Cover
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Johnny Logan The Irish Connection


  • Label: Telamo/Sony Music
  • Laufzeit: 60 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Verrat! Ausgerechnet ein Ire führt den Irish Folk auf die Schlager-Schlachtbank.

Der Sänger und Songschreiber Johnny Logan (58) – bürgerlicher Name Seán Patrick Michael Sherrard O’Hagan – ist in erster Linie dafür bekannt, dass er für sein Heimatland Irland zweimal den Eurovision Song Contest gewonnen hat (1980 und 1987). Zudem komponierte der in Melbourne, Australien, geborene Künstler den zweitplatzierten Song des Jahres 1984 sowie den Siegertitel des Jahres 1992, die jeweils von der irischen Sängerin Linda Martin (59) vorgetragen wurden. Damit ist Logan so etwas wie der irische Mr. Grand Prix, denn seine kommerzielle Erfolge abseits des Eurovision Song Contest waren nie auf demselben Niveau, sodass die Karriere des Iren durchaus ein paar Dellen und Durststrecken aufweist.

Dieser Umstand ist zum Beispiel auch an der Veröffentlichungspolitik des neuen Johnny-Logan-Werks „The Irish Connection“ zu erkennen. Denn während in Norwegen (!) laut Johnny Logans Homepage kurz nach Weihnachten 2012 bereits der zweite Teil von „The Irish Connection“ auf den Markt gebracht wurde (die einschlägigen Internet-Shops können Anfang Januar 2013 allerdings noch keine Einträge dazu anbieten), wird hierzulande erst einmal das ursprünglich im Jahr 2007 erschienene Album ausgewertet, das vor allem in Skandinavien ein riesiger Erfolg war und deshalb logischerweise nach einer Fortsetzung schrie.

Warum der Ire vor fünf Jahren ausgerechnet in Schweden, Dänemark und Norwegen so großen Erfolg hatte, ist nicht überliefert, wobei die musikalische Grundlage durchaus internationale Tauglichkeit aufweist. Denn auf „The Irish Connection“ taucht Johnny Logan zusammen mit fünf befreundeten Musikern tief in die Geschichte seiner Heimat ein und liefert ein Bündel der größten Folksongs ab. So kennt hierzulande gewiss jeder den Stimmungshit „An der Nordseeküste“, der auf dem Lied „The wild rover“ basiert oder den Kracher „Dirty old town“, der von niemandem so genial wie von den Pogues vorgetragen wird.

Johnny Logans Interpretationen der insgesamt 14 Folksongs sind weder so rau noch so rockig wie von The Dubliners oder The Pogues, sondern sehr deutlich in Schlager- und Pop-Sphären verortet, was zwar besser zu seiner sanften Stimme passt, dem Kult- und Kneipenimage der Songs nicht wirklich gerecht wird. So kommt es, dass die Songs aber meistens uninspiriert vor sich hin plätschern und jegliches Feuer vermissen lassen. Das ist – vor allem angesichts der herausragenden Originale – etwas befremdlich. Aber sei’s drum. In Skandinavien scheint das Publikum diese Art des Irish Folk ja für authentisch zu halten. Und wer weiß, ob nicht auch in Deutschland der eine oder andere Schlager-Fan und/oder Carmen-Nebel-Zuschauer darauf wie ´ne Eins abfährt.

Anspieltipps:

  • Molly Malone
  • Dirty old town
  • The wild rover
  • The irish rover
  • Whiskey in the jar
  • The band played waltzing Matilda

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