Album - Zephaniah - Cover
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Album Zephaniah


  • Label: High Roller Records
  • Laufzeit: 20 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Bandname und Artwork schreien nach Parodie. Kann man so was eigentlich „Trash“-Metal nennen?

Wenn es um Heavy Metal und seine unzähligen, sich in jede Richtung ausbreitenden Tentakeln geht, hat man schon einiges erlebt und ist so einiges gewohnt. Wer sich für jene Musik interessiert, hat unter der Oberfläche der großen Helden eine fast schon unendliche Welt zu erkunden. Ganz klar, der Underground ist stets in Rotation und quietschfidel. Da verwundert es kaum, dass sich neben diversen kuriosen Bands immer mal wieder eine Gruppierung erhebt, die Prädikate und Schlagworte wie „Special Interest“, „merkwürdig“ oder „das kann doch nicht deren Ernst sein“ auf eine neue Ebene bringen wollen. Solch einen Vertreter haben wir unweigerlich mit Album. Der Name schreit bereits nach purer Effekthascherei. Wo das typische Metal-Vokabular bei der Namenssuche schlapp macht, muss ein möglichst bescheuerter her - am besten einer, der die lieben Rezensenten am Ende gehörig verwirren und durcheinander bringen soll.

Dann ist da natürlich noch das Cover-Artwork. Scheint es bei den „Neo“-NWoBHM-Vertretern von Züül noch so, als handele es sich bei ihren Titelbilder um Parodien, ist es bei Album schon ganz anders. Drei Elfenkrieger hocken vor einem Baum, im Hintergrund kommt auch schon der fiese Mob bestehend aus Orks (?), Teufeln und anderem Getier mit seinen Krummsäbeln und Holzfälleräxten an. Das heißt, wenn die Augen nicht betrogen werden, denn was sie hier erblicken, könnte auch das Werk eines Grundschulkindes sein, welches mittendrin die Flinte ins Korn geworfen hat. „Mama, Mama! Ich möchte jetzt nach draußen spielen gehen.“ „Ruhe, Kind! Zuerst malst du dein Cover-Artwork fertig, damit es professionell benutzt werden kann!“ Dilettantismus erreicht hier ein neues Level.

Aber wie so oft kann der Schein natürlich trügen. Nicht umsonst tummeln sich im Underground die letzten wirklich wahren Metaler der alten Schule. Album kann man getrost dazu zählen. Ihrem Erstlingswerk „Zephaniah“ merkt man an, dass die Metaler aus Ohio voll und ganz hinter ihrer Musik stehen und eine Menge Herzblut in diese gesteckt haben.

Immerhin sagen Album über sich selbst, dass sie bei Auftritten oftmals mehr Spaß als das Publikum selbst haben. Streng genommen macht das „Zephaniah“ auch nicht besser. Knappe 20 Minuten ist Albums Album lang, von denen man getrost drei Minuten und 45 Sekunden des vor sich dahinplätschernden, spannungsarmen Intros abziehen kann. Was bleibt, sind gerade mal drei Songs: „Shout Of The Warrior“, „Ballad Of Zephaniah“ und „When Nations Collide“. Selbst Maxi-CDs kommen letztendlich auf eine längere Spielzeit, von einer EP oder gar einem - Achtung, jetzt kommt's - Album ganz zu schweigen! Dabei ist musikalisch eigentlich alles im grünen Bereich. Vom frühen Thrash Metal über den Groove der frühen Black Sabbath bis zu traditionellen Metal-Tönen weiß man eine Menge abzudecken und sogar gar nicht mal so schlecht miteinander zu verbinden. Einen Preis für Innovation werden Album sicherlich nicht gewinnen, aber zumindest kriegt man ein gutes Bild davon, dass die vier Jungs tatsächlich nicht zu unterschätzende Live-Qualitäten haben sollten. Was Album ironischerweise jetzt brauchen ist ein richtiges Album, welches sie in ihrem vollen Umfang präsentieren kann. Man kann nur erahnen in welche Richtung sich Album bewegen wollen. „Zephaniah“ soll eine Mini-CD sein, im Endeffekt handelt es sich aber nur um eine professionell aufgenommene Demo, die man auf die Welt loslässt. Auf „Zephaniah“ sind viele gute Ansätze vorhanden, doch wirkt alles noch sehr unfertig. Wenn Album so richtig in Fahrt kommen, ist der Spaß leider auch schon wieder vorbei. So werden die schlechten Ersteindrücke, also Name und Cover, bei den meisten Hörern bestätigt werden. Schade, sehr schade...

Anspieltipps:

  • Ballad Of Zephaniah

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