Witchburner - Bloodthirsty Eyes - Cover
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Witchburner Bloodthirsty Eyes


  • Label: High Roller Records
  • Laufzeit: 35 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Liebhaberstück für Freunde der gepflegten Old-School-Knüppelei.

Es ist, wie es ist! Manche Bands können noch so gut sein, noch so viele Liveauftritte haben und noch so viele treue Fangruppen um sich scharen - am Ende dümpeln sie ja doch nur im Untergrund herum. Stehaufmännchen wie Repent oder Perzonal War gibt es schon seit Jahrzehnten und wenn es fair zugehen würde, müssten sie direkt nach Kreator oder Destruction die Main Stage für sich beanspruchen. Dass dies aber leider nicht der Fall ist, ist und bleibt die bittere Realität. Dieser muss sich auch das deutsche Thrash-Geschwader von Witchburner beugen. Jene fünf Buben musizieren schon seit 1992, und somit ziemlich lange, zusammen und sind mehr als 20 Jahre und sieben Alben später eine feste Größe im Underground geworden. Ob der große Durchbruch jemals erreicht werden wird? Es ist zu bezweifeln. Dafür drehen Simon Seegel (Gitarre), Andy Süss (Bass), Felix Darnieder (Schlagzeug) sowie die zwei Neuzugänge Michael "Mächel" Frank (Gitarre) und Pino Hecker (Gesang) vielleicht einfach zu viele Ehrenrunden in der Old School, sind zu kantig und masseninkompatibel.

Thrash as hell - Genrefans frohlocken - dafür aber auf jeden Fall. Was die fünf Inquisitoren aus Fulda auf ihrem Longplayer „Bloodthirsty Eyes“ bieten, ist letztendlich Thrash Metal der herrlich perversen Art! Tief in den 80er-Jahren verwurzelt, nähert man sich der frühen Schaffensphase der teutonischen Extrem-Dreschkunst an. Sodom und ein noch sehr junger, wütender Mille lassen grüßen! Frontmann Hecker ist dabei eine echte Entdeckung für Witchburner. Der 2011 rekrutierte Vokalist ist ein Fiesewicht, wie er im Buche steht. Direkt im Opener „Sermon Of Profanity“ begrüßt er den Hörer mit seinem böswatzigen Organ: Er keift, er bellt und er growlt wie es tatsächlich die wenigsten im Genre können. Die Brücke zum frühen Black Metal wird derart smooth geschlagen, dass man anfangs wirklich denkt, man hätte es mit einem Output jenes Genres zu tun - die frühen Sodom grüßen abermals! Tatsächlich bleibt „Bloodthirsty Eyes“ aber schnörkelloser Thrash Metal und verteilt Arschtritte am laufenden Band.

Riffgewitter, pfeilschnelle Gitarrensoli, Doublebass: Alles ist da! Kompositionen wie „Possession“, „Path Of The Sinner“, „Apocalyptic Visions“ oder das leicht groovende „The Bringer Of Disease“ machen keine Gefangenen und prügeln sich unbarmherzig in die Gehörgänge. Witchburner verzichten auf technische oder progressive Spielereien und lassen balladeske oder ruhige Momente ebenfalls zu Hause. „Bloodthirsty Eyes“ wird so zu einer schönen Reise in die Zeit, als Metal noch hart und gemein war. Großartige Innovationen sucht man zwar mit der Lupe, aber gerade die hätten sowieso nicht zu der musikalischen Ausrichtung Witchburners gepasst. Fans bekommen somit ein Werk, das auf eine klassische Spiellänge reduziert ist und wie in der guten alten Zeit kompromisslos Fressen polieren kann. Eine Marktlücke füllen die Thrasher zwar nicht (mehr), ihre Zielgruppe werden sie aber nach wie vor mit ihrer Musik erreichen können. Und wenn man mal ehrlich ist: Auch wenn es für den Genre-Interessierten heutzutage nicht mehr schwer sein sollte, sich mit traditionellem Shit zu versorgen, erfreut er sich dennoch an Outputs, die den Sound von damals gut replizieren können. Witchburner sind dabei ganz weit vorne!

Anspieltipps:

  • Possession
  • Bloodthirsty Eyes
  • The Bringer Of Disease

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