Gianna Nannini - Inno - Cover
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Gianna Nannini Inno


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 43 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Von der stolzen Schwangeren zur glücklichen Mutter - und wir sind live dabei!

Die Coverbilder und die Musik der vergangenen zwei Jahre sprechen eine gemeinsame Sprache. So sieht, hört und begleitet das Publikum Gianna Nannini von der stolzen Schwangeren („Io E Te”, 02/2011) zur glücklichen Mutter („Inno“) und braucht sich deshalb nicht mehr darüber wundern, dass sich das späte Mutterglück auf die Musik der 56-Jährigen auswirkt und die bekannt kratzbürstige Rockmusik zufriedenen Popsongs gewichen ist. Soll also keiner sagen, dass er/sie nicht gewarnt wurde!

Auch das mittlerweile 18. Studioalbum von Gianna Nannini wurde wie schon ihre letzten Werke in Zusammenarbeit mit dem für seine Streicherarrangements geschätzten, britischen Produzenten Wil Malone (Richard Ashcroft, The Verve, Massive Attack, Take That, Seal) in den Londoner Abbey Road Studios eingespielt und greift die entspannte Grundhaltung des Vorgängeralbums auf. Das bedeutet, dass „Inno“ von getragenen Liedern im flauschigen Streichermantel dominiert wird, für die Gianna Nannini ihre Reibeisenstimme gegen ein sanftes Säuseln getauscht hat. Nicht, dass das Kind von der Musik wach wird. Nicht auszudenken!

Ein Händchen für leichtgängige Melodiebögen besitzt Gianna Nannini nachwievor. Das beweisen Songs wie „Indimenticabile“, „Nostrastoria“ oder auch „Ninna Nein“. Doch im Rausch ihrer Glückseligkeit verwässern diese allzu oft in betont seichten (ausgerechnet der Titeltrack ist ein abschreckendes Paradebeispiel) bzw. schlagerartigen Arrangements („Danny“, „Lasciami Stare“). Nur zweimal werden die Gitarren etwas lauter, die Bässe tiefer und die Streicher in die zweite Reihe gedrängt. Dadurch entsteht zumindest kurzfristig der Eindruck eines modernen Klanggerüsts („Dimmelo Chi Sei“, „Sex, Drugs and Beneficenza“). Doch das sind einmalige Ausnahmen.

So ist „Inno“ leider ein Album geworden, bei dem die Gefahr besteht, dass der Hörer vor lauter Entspannung und Seelenfrieden einzuschlafen droht. Denn weder musikalisch noch inhaltlich hat Gianna Nannini auf „Inno“ etwas mitzuteilen, das irgendwie von Belang wäre, außer für sie persönlich.

Anspieltipps:

  • Nostrastoria
  • Indimenticabile
  • Dimmelo Chi Sei
  • Sex, Drugs and Beneficenza

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