Giant X - I - Cover
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Giant X I


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 46 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Rock’n’Rolf Kasparek hat scheinbar ein paar vergessene Studioaufnahmen aus den 80er Jahren in der Schublade entdeckt. Da hätten sie besser bleiben sollen.

Aus der aktuellen Besetzung der deutschen Heavy-Metal-Band Running Wild haben sich die beiden Gitarristen Rolf Kasparek (51, Gründer und Sänger von Running Wild) und Peter Jay Jordan (2005 bei Running Wild eingestiegen) kurzzeitig ausgeklinkt, um ihr Projekt Giant X zu verwirklichen, mit dem das Gespann aus dem Korsett des Heavy Metal ausbrechen will, um sich gepflegt dem vom Sound der 80er Jahre inspirierten Hardrock hinzugeben.

Rock’n’Rolf Kasparek ist lang genug in der Musikszene dabei, um die Blütezeit des Heavy Metal und Hardrock am eigenen Leib miterlebt zu haben. Aus dieser Ära in den 70er und vor allem den 80er Jahren holen sich die Songs von Giant X ihre Inspiration. Als musikalische Quellen werden dazu allerhand große Namen des Genres zitiert, doch bis auf das Gefühl und den Zeitgeist dieser Epoche wird weder irgendwo abgekupfert noch selber schlecht erfunden.

So hört sich „I“ von Giant X in der Tat wie ein lang verschollenes Werk aus den späten Achtzigern an, das mit dezenten Einflüssen aus dem Bluesrock, poppigen Melodien und raumgreifenden Refrains zum Beispiel frappierend an die deutschen Kollegen von Bonfire erinnert. Gesteigert wird diese Erkenntnis durch die rauen Gesangsstimmen des Duos, das sich auch die komplette Instrumentation des Albums geteilt hat. Jedenfalls klingen Giant X mit ihrem deutschen Akzent bei temporeichen Stücken wie „Go 4 it“ oder Megaballen wie „Nameless heroes“ wie kleine Brüder von Bonfire-Sängers Claus Lessmann. Niedlich!

Wunderdinge können von „I“ dennoch nicht erwartet werden. Denn dazu sind die 13 Songs mit ihren banalen Rock’n’Roll-Texten (Auszüge: „Let’s dance all night long“ oder auch „Let’s rock the night away“ - herrlich!) und den allenfalls soliden Kompositionsstrukturen dann doch zu bieder und selbst für ein Fun-Projekt wie Giant X zu emotionsbefreit. So wechselt der Spaß, den man zu Beginn des Albums noch hat, relativ schnell in ein müdes Gähnen und gelangt zu der Einsicht: Das war wohl nichts!

Anspieltipps:

  • Friendly fire
  • Now or never
  • On a blind flight

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