I Am Kloot - Let It All In - Cover
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I Am Kloot Let It All In


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 38 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Das britische Trio um John Bramwell suhlt sich erneut faszinierend in tief gehendem Indie-Pop aus Melancholie und jeden Zeitgeist überdauerndem Songwriting.

Seit 2001 und ihrem noch heute hoch gelobten Debüt „Natural History“ schwebt das Trio I Am Kloot in der Umlaufbahn aus schmachtendem Indie-Pop und urbritischer Stilsicherheit. Schon der Erstling wurde von Guy Garvey (Elbow) produktionstechnisch in Szene gesetzt und damit eine bis heute andauernde Verbindung etabliert. Er saß auch für das neue Werk „Let It All In“ an den Reglern, nahm Craig Potter (ebenso von Elbow) hinzu und spendierte dem innig anziehenden Songwriting zum wiederholten Male einen ebenbürtigen Sound.

Im tröpfelnden Blues des Openers „Bullets“ trifft Minimalismus auf einen kernigen Rhythmus und intensiv feingliedriges Gitarrenspiel, ehe die Stimme John Bramwells ein wohliges Gefühl von Heimat und britischem Küstencharme serviert. „Hold Back The Night“ geht weiter in die Tiefe, gönnt sich feierlich wie angriffslustig inszenierte Streicher samt dringlicher werdenden Vocals, um eines der Highlights auf „Let It All In“ zu bilden. Zwischen Pathos und zwingender Instrumentierung kommen John Bramwell, Andrew Hargreaves sowie Peter Jobson wie gewohnt stets auf den Fixpunkt schlüssigen Songwritings und dem gleichermaßen vorhandenen Mut zu Blues, Folk und leichten Jazz-Auswüchsen, um schließlich doch genau wie Elbow ihre eigene Form von Indie-Pop weiter wachsen zu lassen.

Herrlich zieht „Even The Stars“ seine dicht gewobenen, träumerischen Kreise, badet in nahbarer Zärtlichkeit und bittersüßer Romantik, so dass die Alltagssorgen weit davon ziehen. I Am Kloot laden ein und der Hörer kann sich fallen lassen, sich beschwingt an „Some Better Day“ reiben oder mit dem abschließenden, reduziert an der Akustikgitarre gezupften „Forgive Me These Reminders“ das Gefühl des warmen Sommerregens nochmals verinnerlichen. Der nächste Durchgang dieses überaus stimmigen, sich grandios in die Diskographie einfügenden Werks wird nicht lange auf sich warten lassen.

Anspieltipps:

  • Hold Back The Night
  • Mouth On Me
  • Even The Stars
  • Some Better Day

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