Richard Walters - Regret Less - Cover
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Richard Walters Regret Less


  • Label: Kartel/SOULFOOD
  • Laufzeit: 38 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach der unglücklichen Zusammenarbeit mit Bernard Butler kehrt Richard Walters zu seinen Wurzeln zurück.

Der britische Singer/Songwriter Richard Walters (29) hat sich für sein drittes Album von der herkömmlichen Musikindustrie losgesagt und sein eigenes Label Beard Museum gegründet. Fortan bringt der aus Oxford stammende Musiker seine Platten im Do-It-Yourself-Stil mit frei gewählten Vertriebspartnern auf den Markt und hofft eventuell darauf, dass seine Songs weiterhin in so prominenten TV-Shows und Serien wie „So You think You Can Dance… America“, „Grey’s Anatomy“ und „CSI: Miami“ gespielt und damit kostenlos beworben werden.

Nachdem sich Richard Walters für sein 2010er Album „Pacing“ künstlerisch verbogen hatte, um zusammen mit Bernard Butler (Suede) massentauglichere Stücke zu schreiben, mit denen er im Nachhinein nicht mehr so richtig glücklich ist, bezeichnet der mit einer auffälligen Falsettstimme ausgestattete Singer/Songwriter sein neues Werk „Regret Less” als sein „wirkliches zweites Album”. Dabei sind auch die elf Stücke auf „Regret Less“ alles andere als schwer zugängliches Material.

Okay, der überwiegend akustischen Produktion fehlt sicher der Druck eines Popalbums, doch auf diese Weise lässt sich Richard Walters wieder stärker in Singer/Songwriter-Gefilden verorten, wo er mit minimaler Instrumentierung (Piano, Cello, Gitarre) und seiner eindringlichen Stimme eine durchgehend dichte Atmosphäre erschafft. Hier und da greift zwar auch der 29-Jährige auf elektronische Unterstützung zurück und lässt sich ein paar Loops und Beats programmieren (z.B. in „King of leaves“, „Blossom“, „Redwoods“, „Walk softly stranger“), doch dies geschieht so zurückhaltend bzw. songdienlich, dass das Singer/Songwriter-Genre nicht auf falsche Bahnen geführt wird. Und dass so eine Stil-Kombination wunderbar funktionieren kann, hat uns ja zuletzt ein gewisser Gotye nachdrücklich gezeigt.

Fazit: „Regret Less“ ist nicht nur Richard Walters Befreiungsschlag aus der Diktatur einer Plattenfirma, sondern auch ein schönes Beispiel für ein Singer/Songwriter-Album, das moderne und altmodische Elemente gekonnt miteinander verbindet und damit zum einen wieder etwas Spannung in das Genre bringt und zum anderen als atmosphärisch dichtes Kleinod solche Perlen wie „The next time I see you” und „Blossom” zu Tage fördert.

Anspieltipps:

  • Blossom
  • Tethered
  • King of leaves
  • Tomorrow begins
  • The next time I see you

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