Aaron Neville - My True Story - Cover
Große Ansicht

Aaron Neville My True Story


  • Label: Blue Note/EMI
  • Laufzeit: 39 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Frei von Druck seitens der Musik und des Alters reist Aaron Neville zurück in die Vergangenheit und offenbart uns den Doo Wop.

Auch mit bald 72 Jahren hat Soul-Veteran Aaron Neville noch nicht genug. Anstatt sich allerdings wieder auf den Soul zu stürzen, versucht sich Neville am Doo Wop. Im Gegensatz zu Dick Brave wird hier nicht moderne Pop-Musik in ein Rock'n'Roll-Korsett gestopft, sondern echten Klassikern gehuldigt. Aber auch wenn sich dies schöner anhört, gibt auch Neville keine eigenen Werke zum Besten, sondern huldigt seinen liebsten Tracks einer Ära. Da sind Stimmungsmacher wie „Little Bitty Pretty One“ und Herzschmerz-Balladen wie „Be My Baby“ natürlich Pflichtprogramm. Der Bekanntheitsgrad ist auf jeden Fall hoch genug, um die meisten Hörer locken zu können.

Für heutige Ohren klingt Doo Wop und Rock'n'Roll gar nicht mehr so wild. Elvis und Buddy Holly wirken eher wie die Vorreiter der Pop-Musik. Nevilles Interpretationen lassen von der ursprünglichen, überschaubaren Kraft allerdings noch mehr auf der Strecke liegen. Dafür rückt Neville seinen sanften Soul-Gesang doch zu sehr in den Mittelpunkt, sodass man weniger tanzt, als mit den Fingern zu schnippen und dem Kopf zu wackeln. Das kann und will man Altmeister Aaron zwar nicht ankreiden, doch gerade die ursprünglichen Tanznummern leiden ab und an unter der Soul-Manier. Nur wenn sich Neville wie in „Work With Me Annie“ ganz dem Doo Wop unterstellt, dann klingt der Retro-Spaß auch wie er soll.

Es klingt großteils alles sehr authentisch, wenn auch nicht immer mitreißend und die nicht mal 40minütige Zeitreise darf als positiv, wenn auch nicht als großer Erfolg gewertet werden. Neville wollte unbedingt selbst einmal diese Songs einspielen und das hat er auch ganz gut hinbekommen. Von einer Großtat kann man nicht sprechen, aber man darf davon ausgehen, dass hier persönliches Interesse und Leidenschaft im Vordergrund standen. So ist „My True Story“ eine Platte, die man sich für Freunde und Verwandte des Musikers gut vorstellen kann. Alle anderen sind natürlich auch herzlich eingeladen, wenn sie ihren Aaron Neville mal in leicht anderen Stilgefilden ausmachen wollen.

Anspieltipps:

  • Little Bitty Pretty One
  • Be My Baby
  • Work With Me Annie

Neue Kritiken im Genre „Soul“
Diskutiere über „Aaron Neville“
comments powered by Disqus