Jill Barber - Mischievous Moon - Cover
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Jill Barber Mischievous Moon


  • Label: Ferryhouse/WEA
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Retro-Jazz-Pop im perfekten 50er Jahre Tarnkleid.

Während Jill Barber in ihrer kanadischen Heimat bereits ein Star ist und in den vergangenen zehn Jahren fünf Alben auf den Markt brachte, kennt die Sängerin und Songschreiberin hierzulande kaum jemand. Dabei vertritt die Musikerin eine durchaus originelle Art des Komponierens, wie auf dem jüngst veröffentlichten Werk „Mischievous Moon“ nachzuhören ist. Darauf tritt die junge Kanadierin im Stil der 50er und frühen 60er Jahre mit hochgesteckten Haaren á la Doris Day und Songs im Spannungsfeld aus Swing, Jazz und Pop an. Eine perfekte Illusion, die sich auch bei der optischen Gestaltung ihres Albums fortsetzt und am Ende nur anhand der Co-Autoren Ron Sexsmith und Les Cooper (u.a. Madison Violet, Meaghan Smith) als aktuelle Produktion enttarnt werden kann.

Angefangen bei der Instrumentierung mit Streichern, verschiedenen Blasinstrumenten, Flöten, Akkordeon, Harfe, Bongos und Vibraphone, über den stilechten Gesang bis hin zu den authentischen Arrangements, stimmt an „Mischievous Moon“ einfach alles, um eine perfekte Retro-Atmosphäre zu erzeugen. Vom ersten Moment an kann der Hörer in eine andere Welt eintauchen und Jill Barber im Stile von Peggy Lee, Doris Day oder auch Brenda Lee erleben. Dazu hat das Songwriting-Gespann Barber/Cooper/Sexsmith ein Dutzend charmante Titel komponiert, die das Kopfkino des Hörers mit einem zarten Schubser in die Filmkulissen von „Der Mann, der zuviel wußte“ oder „Love Me Or Leave Me“ versetzen.

Der eine oder andere wird „Mischievous Moon“ sicher als kitschig und altmodisch bezeichnen und kein Verständnis für diesen bis ins kleinste Detail durchgestylten Retro-Trip aufbringen. Kein Problem! Denn dieses Album ist gerne kitschig und altmodisch – und zwar mit allen Konsequenzen, so wie auch ein Burt Bacharach mit seinen Songs für Neil Diamond, Frank Sinatra, Tom Jones oder Dusty Springfield auch nie mehr als ein Genie der Easy-Listening-Sparte war. Und als wenn das nichts wäre!

Anspieltipps:

  • Chances
  • Took me by surprise
  • Never quit loving you
  • A wish under my pillow

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