Ducktails - The Flower Lane - Cover
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Ducktails The Flower Lane


  • Label: Domino Records
  • Laufzeit: 40 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Das vierte Solo-Projekt des Real Estate-Gitarristen überrascht mit zahlreichen Veränderungen.

Wenn eine Band mit den Adjektiven psychedelisch, instrumental und den Substantiven Lo-Fi, Pop, Rock und Indie beschrieben wird, kann man davon ausgehen, dass die Charakterisierung ihres neuen Albums nicht ganz einfach wird. Ducktails, hinter dessen Name sich der Gitarrist von Real Estate verbirgt, schien in der Vergangenheit all diese Eigenschaften in sich zu vereinen. Für das neue Solo-Projekt von Matt Mondanile trifft diese Darstellung jedoch nicht mehr ganz zu.

Zunächst einmal muss klargestellt werden, dass es sich bei diesem „Solo“-Projekt eigentlich um ein Werk von Mondanile und vielen Helfern handelt. Mehr gemeinsam also als solo entstanden zehn überwiegend ruhige Stücke, die sich in vielerlei Hinsicht von den bisherigen drei Alben des Amerikaners unterscheiden. So hat Mondanile - abgesehen von dem Song „International Date Line“ - der instrumentalen Gestaltung von Stücken gänzlich den Rücken gekehrt. Stattdessen sind sogar seine Gäste zu hören, wie beispielsweise Jessa Farkas und Ian Drennan im Duett „Letter of Intent“.

Psychedelisch mag auf einige Stellen im Album noch immer gut zutreffen, Rock aber keinesfalls. Die Stücke sind durchgängig easy-going, nur „Timothy Shy“ findet ein etwas aggressiveres Gitarren-Ende. Auch auf Lo-Fi wurde diesmal komplett verzichtet. Schließlich wurde „The Flower Lane“ nicht wie üblich von Mondanile hand-made und selbst aufgenommen. Mit der Unterzeichnung des Vertrags bei Domino war diesmal auch ein richtiges Studio drin. Die Songs klingen entsprechend professionell, ohne dabei ihre Emotionalität zu verlieren.

Damit - und mit der Hinwendung zu anderen beschriebenen Eigenschaften - verliert Ducktails jedoch auch ein paar seiner Ecken und Kanten. Im Musikbusiness ist das nicht immer hilfreich, möchte man doch möglichst wenig wie die anderen klingen, außer die anderen waren ganz groß. Dennoch, sollte man den Versuch wagen, dem Projekt eine Ähnlichkeit mit anderen Bands zuzuschreiben, fällt einem zunächst wenig ein. Ein bisschen Real Estate - wer hätte es gedacht. Ein bisschen Animal Collective, aber nur am Rande.

Ansonsten verkörpert Ducktails eigenständigen Indie-Pop, also die beiden Substantive, die nach der Beschreibung des neuen Albums noch übrig sind, gepaart mit dem letzten Attribut: den psychedelischen Momenten. Das Werk ist rund und melodisch, passend zur Jahreszeit nicht zu bunt. Trotz allem wünscht man sich zumindest nach häufigerem Hören ein paar Highlights mehr. Dass die Ideen da sind, steht außer Frage. Angefangen beim sympathischen Bandnamen überzeugt Ducktails auch mit tollen Gitarrensolos oder der Coverversion von „Planet Phrom“. Doch trotz der vielen Veränderungen die weitreichendste: das Merkmal, das das Album außerordentlich und Ducktails so richtig besonders machen würde. Zumindest aber ist Mondanile mit „The Flower Lane“ auf dem richtigen Weg.

Anspieltipps:

  • Under Cover
  • Planet Phrom
  • International Date Line
  • Letter of Intent

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