Foxygen - We Are The 21st Century Ambassadors - Cover
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Foxygen We Are The 21st Century Ambassadors


  • Label: Jagjaguwar/CARGO
  • Laufzeit: 39 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
7.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Zwei Musiker, unzählige Instrumente und das Ziel, alte und neue Einflüsse nach der perfekten Mischung klingen zu lassen.

Mit der Musik ist es wie mit der Mode. Wie aus dem Nichts tauchen alte Dinge wieder auf, werden für gut befunden und mit neuen Elementen und Einflüssen aufgepeppt. Im Falle von Foxygen bemühen sich zwei junge Kalifornier um die Kunst des Retro-Mixens und das mit gewissem Erfolg - schließlich ist das neue Werk bereits ihr zweites Album.

Wie Sam France und Jonathan Rado in verschiedensten Interviews immer wieder betonen, lassen sie sich für ihren „aus Alt mach Neu“-Mix vor allem von der Band The Brian Jonestown Massacre inspirieren. Während der Highschool-Zeit, in der die beiden Musiker bereits aktiv in verschiedenen Bands spielten, waren sie nach eigenen Angaben regelrecht von der Psychedelic-Band besessen. Abgesehen von den musikalischen Vorlieben lassen sich jedoch noch weitere Parallelen ziehen. Während The Brian Jonestown Massacre in San Francisco gegründet wurde, greifen France und Rado die Stadt in ihren Liedern immer wieder auf, widmen ihr sogar einen Titel. Und während die Vorbilder mit den unterschiedlichsten Musikern für Vielfalt sorgten, tun dies France und Rado zu zweit, dafür mit einer unglaublichen Vielzahl von Instrumenten.

Hört man sich das Album genauer an, kann man immer wieder neue Instrumente entdecken und das oftmals innerhalb eines einzelnen Songs. Ohnehin klingen die Lieder teils wie einzelne Abschnitte einer Geschichte, sind dabei aber flüssig genug, um problemlos als Ganzes durchzugehen. In „On Blue Mountain“ beispielsweise wird neben der instrumentalen Vielfalt jedoch auch stimmlich einiges geboten. Der Chor, der eingesetzt wird, erinnert stark an MGMT. Kurze Zeit später hat man das Gefühl, sich eher in einem Rolling Stones-Song wiederzufinden.

Doch so verschieden die Songs auch sein mögen, haben sie alle eines gemeinsam: Sie vermitteln den Eindruck, dass die beiden jungen Kreativen sich auf eine sympathische Art selbst nicht so richtig ernst nehmen. Dies lässt sich erahnen, wenn man den Lyrics zu „Shuggie“ Aufmerksamkeit schenkt (Get the flowers off the floor and drinking tea / But you don’t love me, that’s news to me / I met your daughter the other day, that was weird / She had rhinoceros shaped earrings in her ears). Deutlicher wird es, wenn man bemerkt, dass auf „Oh yeah” auch irgendwann der Song „Oh no” folgt. Mit Sicherheit sagen lässt es sich jedoch spätestens, wenn man sich den Titel des Albums oder des gleichnamigen Liedes ansieht. France und Rado bringen also Frieden und Magie ins 21. Jahrhundert. Wurde ja auch Zeit. Sie reihen sich dadurch ein zwischen all den anderen nostalgischen Künstlern und Retro-Bands. Der Platz war hart erkämpft und durchaus zu Recht gewonnen. So wirklich neu wird die Idee dadurch nur leider trotzdem nicht.

Anspieltipps:

  • On Blue Mountain
  • San Francisco
  • Shuggie
  • We are the 21st Century Ambassadors of Peace and Magic

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