Ocean Colour Scene - Painting - Cover
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Ocean Colour Scene Painting


  • Label: Cooking Vinyl/INDIGO
  • Laufzeit: 38 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Auf ihrem zehnten Studioalbum zeigen sich Ocean Colour Scene stark verbessert und herrlich altmodisch.

Mit ihrem mittlerweile zehnten Studioalbum, „Paiting“, geht das Birminghamer Quintett Ocean Colour Scene mit großen Schritten auf ihr 25-jähriges Bandjubiläum zu. Gefeiert wurde aber bereits im Jahr 2011, als die Band das 15jährige Jubiläum ihres millionenfach verkauften „wirklichen“ 1996er Debütalbums „Moseley Shoals“ mit einer ausverkauften UK-Tour bejubelte, auf der das Werk Abend für Abend in voller Länger gespielt wurde.

Der selbstbetitelte OCS-Erstling aus dem Jahr 1992 wird dagegen gerne verschwiegen, weil das Album gegen den Willen der Musiker von ihrer damaligen Plattenfirma Fontana Records per Remix in die extrem erfolgreiche Richtung des „Madchester“-Hype-Sounds von Bands wie The Stone Roses, Happy Mondays oder auch The Charlatans getrieben wurde. Tatsächlich fühlten sich Ocean Colour Scene viel besser im klassischen BritPop zu Hause, der Mitte der 90er Jahre von Bands wie Oasis, Blur, Supergrass, Suede oder auch Pulp dominiert wurde. Mit dem schleichenden Ende der BritPop-Welle ging auch der Stern von Ocean Colour Scene ein wenig unter, wobei die Band in regelmäßigen Abständen neue Studioalben, gepaart mit einer erheblichen Menge Live-Alben auf den Markt brachte, die zumindest für die alten Fans eine gewisse Relevanz besaßen.

Auf ihrem aktuellen Album haben Ocean Colour Scene die beachtliche Anzahl von 14 Songs bei gerade einmal 38 Minuten Spielzeit untergebracht. Das kommt dem klassischen Verständnis von Popmusik zwar sehr nahe, wonach ein Song schnell auf den Punkt kommen und sich unnötigen Firlefanz ersparen sollte. Auf „Painting“ bewirkt dies allerdings ab und zu, dass die Stücke unfertig bzw. hastig wirken und sich zu wenig Zeit nehmen, ihre durchaus schönen Melodien in den Köpfen des Hörers zu platzieren.

Bei den fünfwöchigen Aufnahmen zusammen mit Produzent Matt Terry (u.a. The Noisettes, The Enemy, Boy Kill Boy) standen die musikalischen Einflüsse der Band deutlich hörbar Pate, die sich grob auf The Beatles („We don’t look in the mirror“, „I don’t want to leave England”), The Who („If god made everyone”, „The union”) und die Kinks („Weekend”, „The winning side”) verteilen lassen. Damit transportieren Ocean Colour Scene das Gefühl der Popmusik der 60er Jahre auf liebevolle Art in das Hier und Jetzt, wodurch das Album sicherlich einen bewusst altmodischen Touch erhält, aber deutlich mehr Seele als das 2010er Werk „Saturday“ besitzt.

Anspieltipps:

  • Painting
  • Weekend
  • If god made everyone
  • We don’t look in the mirror

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