Hurts - Exile - Cover
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Hurts Exile


  • Label: Four Music/Sony Music
  • Laufzeit: 50 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Hurts melden weiterhin das Patent Bombast an!

Nach dem so erfolgreichen Debüt „Happiness“ haben die Synthie-Popper sich nach einer endlosen Tournee wieder nach Manchester zurückgezogen, um eine neue Platte aufzunehmen. Als musikalische Helfer fungierten der schwedische Songwriter Jonas Quant, der auch schon beim Erstling dabei war, und Produzent Dan Grech-Marguerat (Keane, The Kooks), die Theo Hutchcraft und Adam Anderson bei den Kompositionen unterstützten.

Die hohe Stimme von Theo verleiht manchem Song Flügel und bringt die Emotionen noch mehr ins Spiel, als sie sowieso schon vorhanden sind. Pathos und Bombast regieren mit Keyboardklängen und Gitarrenriffs Marke Stadionrock, die aber nicht wirklich ernstgemeint scheinen und trotzdem zum düsteren Sound passen. „Sandman“ ist ein einmaliger Ausflug in R&B-Gefilde, den man nicht nachvollziehen kann und der schlicht nicht gefällt.

„The Road“ ist dagegen ein echter Gewinn: Nach sanftem Beginn wird mit schweren Keyboardklängen losgelegt, und die dunkle Atmosphäre des Tracks besitzt echte Qualität. „Blind“ und „Cupid“ lassen wieder die alten Markenzeichen aufblitzen: Mächtiger Synthie-Pop, der in Ohr und Tanzbein geht und dort auch bleibt. Der Titelsong „Exile“ erinnert seltsamerweise schwer an Muse und schwelgt in treibenden Beats mit auffälliger Kopfstimme, der Songaufbau dieses Stadionrockers ist dabei mit steigerndem Tempo gekonnt gewählt. Warum aber „Miracle“ als erste Single ausgesucht wurde, bleibt schleierhaft: Im Coldplay'schen fröhlichen Pop-Kosmos schwelgend, passt der Track nicht zum eher düsteren Rest und besitzt zu offensichtliche Eingängigkeit, die schnell langweilt.

Die Balladen „The Crow“ und „Somebody to die for“ setzen sich locker an die Spitze der Bombast-Skala, falls es so etwas gibt, denn sie suhlen sich stark im Emotionsmorast, obwohl der schmale Grat zum Kitsch trotzdem nicht überschritten wird oder anders gesagt: Es sind einfach gut gemachte Popsongs, die man nicht so schnell vergisst. Das ist auch die Stärke des Duos: Ohne Rücksicht auf Kitschgrenzen treffen Hurts einfach wieder zielsicher und mit Erfolg den sentimentalen Nerv der Hörer. Der Abwechslungsreichtum des Sounds, von Nine Inch Nails über Coldplay bis zu Depeche Mode, macht gleichermaßen Gothic-Popper und Chartshörer glücklich.

Anspieltipps:

  • Exile
  • Blind
  • Somebody to die for
  • The Crow

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