Bullet For My Valentine - Temper Temper - Cover
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Bullet For My Valentine Temper Temper


  • Label: Epic/Sony Music
  • Laufzeit: 44 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Achtung! Erhöhte Ohrwurm-Gefahr: „Temper Temper, time to explode / Feels good when I lose control...“.

Nicht wenige Freunde der härteren Gangart neigen dazu, Bullet For My Valentine als zu trendy und zu weich abzutun. Das ist die eine Sichtweise. Andere mögen gerade diesen kommerziellen Touch und sehen in den vier Walisern eine Band, die gekonnt einen Gang zurückschaltet und dabei gelegentlich Hooklines hervorbringt, die vor Wiedererkennungswert nur so strotzen. Wer kennt sie nicht, die Zeilen „Your tears don't fall / They crash around me“ und „All these things I hate revolve around me”? Sie sind für die „Bullets“ sowohl Fluch als auch Segen und werden vermutlich zu gleichen Teilen belächelt und geliebt. Nachdem das Thema Metal mit Massentauglichkeit auf dem dritten Album „Fever“ seinen vorläufigen Höhepunkt erreichte und den ersten Fans die Nummer langsam zu sanft wurde, sind die Jungs nun auf ihrem vierten Longplayer „Temper Temper“ im Zugzwang: Bretterbude mit softem Einschlag oder umgekehrt?

Ganz klar: Bretterbude. Frontmann Matthew Tuck brüllt im Eröffnungsstück „Breaking Point“ zum Angriff und heraus kommt ein abwechslungsreicher Song mit gewohntem Sing-Along-Refrain, auffallend vielen Shouts und dem üblichen, sich fast überschlagenden Gitarrensolo. Aber gute Opener sind bei Bullet For My Valentine ja keine Seltenheit, die wahre Schlacht wird erst danach geschlagen: in Form von „Truth Hurts“ und „Temper Temper“, die beide deftig nach vorne gehen. Vor allem der Titeltrack weist eine schöne Spannungssteigerung auf, die in einen kraftvollen Refrain mündet. Danach wird es mit „P.O.W.“ und „Dirty Little Secret“ erst einmal etwas ruhiger, die Strophen sind zurückhaltend, die Refrains bilden dazu einen wiederkehrenden Kontrast.

Es ist das berühmte Zusammenspiel von hart und weich, das Bullet For My Valentine auch auf ihrem vierten Album zelebrieren. Damit sind sie so etwas wie die Biffy Clyro der Metal-Szene. Zwischen Knüppel („Riot“) und Stöckchen („Tears Don't Fall (Part 2)“) gibt es hier fast alles, wobei sich Matthew Tuck, Michael Paget, Jason James und Michael Thomas nicht scheuen, beide Seiten in einem Song zu kombinieren („Dead To The World“). Am Ende schafft es „Temper Temper“ zwar nicht, an das gefeierte Debüt „The Poison“ anzuknüpfen, gut ist die Scheibe aber trotzdem geworden und auch ohne viel Geschrei definitiv noch hart genug, um im Plattenladen in der Metal-Ecke stehen zu dürfen.

Anspieltipps:

  • Temper Temper
  • Breaking Point
  • Dead To The World
  • Livin’ Life (On The Edge Of A Knife)

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