Tomahawk - Oddfellows - Cover
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Tomahawk Oddfellows


  • Label: Ipecac/SOULFOOD
  • Laufzeit: 40 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Tomahawk sind zurück und mit ihnen Experimentalrock, der nur zeitweise menschliche Züge trägt.

Sechs Jahre nach dem letzten Werk „Anonymous“ geben Tomahawk ein Lebenszeichen von sich. Mit dem neuen Bassisten und Komponisten Trevor Dune (Melvins, Mr. Bungle) gehen Sänger und Multi-Instrumentalist Mike Patton (Faith No More), Gitarrist Duane Denison und Schlagzeuger John Stanier wieder auf musikalische Entdeckungsreise.

Der Opener „Oddfellows“ erweist sich als die gewohnt unheimliche Kost: Ein Gitarrenriff der leicht nervigen Sorte wird zeitweise wiederholt, Mike Patton singt hart und energiereich und die Gitarren-und Drums-Fraktion kommt auch gehörig zum Einsatz. Ein Hardrock-Auftakt nach Maß also. Die Single „Stone Letter“ gab Anlass zu Spekulationen, dass Tomahawk ihren Wahnsinn verloren hätten. Zugegebenermaßen klingen Tomahawk nicht so verrückt wie bei den anderen Tracks, doch ist dieses an selige „Faith No More“-Zeiten erinnernde Rockmonster ein gutes und die anderen Songs widerlegen die Befürchtung, Tomahawk würden zahm werden.

Ganz im Gegenteil wühlen sie im experimentellen Rockdickicht, geben sich auch schon einmal dem Hardrock oder fast schon Metal hin, wie in „White Hats / Black Hats“ und schrecken auch nicht vor dem jazzigen Ausflug „Rise up dirty waters“ zurück, welches einen sehr harten Tempowechsel beherbergt, der die Unberechenbarkeit der vier Musiker belegt. Was soll man davon halten? Mike Patton beherrscht immer noch unheimlich viele Stimmfacetten, von tiefem, sanftem Timbre bis zu energischem, wildem Gesang gibt er wie gewohnt alles und fasziniert nicht nur die Kritiker. Dabei darf man nicht vergessen, dass die Amerikaner ihre Songs in Gemeinschaftsarbeit entstehen lassen und dank des Patton'schen Labels Ipecac ihre künstlerische Ader voll ausleben können und das auch tun.

Mit Mainstream hat das recht wenig zu tun, allerdings kann man schon sagen, dass Tomahawk mittlerweile zu Rockmusik fähig sind, die nicht immer nur durchgeknallt daherkommt, und zudem durchaus gute Qualität besitzt.

Anspieltipps:

  • Stone Letter
  • Waratorium
  • I.O.U.
  • Rise up dirty waters

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