Dido - Girl Who Got Away - Cover
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Dido Girl Who Got Away


  • Label: Arista/Sony Music
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Über vier Jahre Wartezeit sind vorbei. Dido schleicht sich wieder mit atmosphärischen Popsongs an den Hörer heran.

Heutzutage zwischen zwei Studioalben über vier Jahre vergehen zu lassen, können sich nur noch die absoluten Superstars der Szene leisten. Alle anderen sind nach so langer Zeit längst vom Publikum vergessen und dürfen quasi wieder bei null anfangen. Die britische Sängerin Dido (41) zählt sozusagen zum erweiterten Kreis dieser Kategorie und lässt grundsätzlich mindestens vier Jahre zwischen ihren Alben verstreichen. Schön, wenn man es sich leisten kann. Und das kann es sich Dido ganz bestimmt. Denn ihre bisherigen drei Alben zählen mit 29 Millionen abgesetzten Einheiten zu den bestverkauften Werken der jüngeren Popgeschichte. Sorgen muss man sich um die junge Mutter also keine machen, auch wenn es wieder einmal eine kleine Ewigkeit dauerte, bis Studioalbum Nummer vier, „Girl Who Got Away“ endlich fertig war.

Was die Menschen an Dido lieben, sind ihre oft mit Hall aufgenommene, engelsgleiche Stimme und ihre Melodien, die sich für immer in das Gedächtnis der Hörer einbrennen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger muss ein Dido-Album können. Und schon mit dem herrlich simpel gestrickten Opener „No freedom“, der auf einem dezenten Reggae-Loop basiert, erfüllt die 41-Jährige diese Erwartungshaltung. Ein weiterer nicht unwichtiger Bestandteil für die Wohlfühlstimmung ist, dass sich Dido das Songwriting und die Produktion wiederum mit ihrem großen Bruder Rollo Armstrong (Donna Summer, Pet Shop Boys, Simply Red) teilte. Dieser bringt das TripHop-Feeling seiner Band Faithless in die Songs mit ein und zaubert damit vor Atmosphäre strotzende Stücke wie „Let us move on“ aus dem Hut, in dem Shootingstar Kendrick Lamar einen Rap-Part abliefert und damit der legitime Nachfolger von Eminem ist, der den Dido-Song „Thank you“ für seinen 2000er Track „Stan“ sampelte.

„Girl Who Got Away“ bietet in der Mehrzahl tiefenentspannte Songs, die Dido während ihrer Schwangerschaft eingesungen hat. Die Texte spiegeln diese zufriedene Stimmung zwar nicht immer wider („End of the night“ seziert z.B. messerscharf das Ende einer Beziehung), aber rein musikalisch steht hier eindeutig Chill Out vor Freak Out, auch wenn Stücke wie „Sitting on the roof of the world“ ein bisschen zu sehr auf bekannte Dido-Harmoniestandards zurückgreifen.

Auch wenn die oft zitierte Hitdichte auf diesem Longplayer nicht ganz so dicht ist, bietet „Girl Who Got Away“ in Sachen Atmosphäre und Wohlfühlfaktor genau das, was sich der Hörer von einer Dido-Platte erwarten kann: Ein Popalbum, das sich anfühlt wie der Lieblingspullover. Da kneift und stört nichts. Passt einfach und gut ist’s!

Anspieltipps:

  • No freedom
  • Loveless hearts
  • Let us move on
  • Day before we went to war

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