A Toys Orchestra - An Introduction To... - Cover
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A Toys Orchestra An Introduction To...


  • Label: Urtovox Records
  • Laufzeit: 57 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

A Toys Orchestra bieten abwechslungsreichen Indie-Rock mit omnipräsenten, aber nicht nervigen Keyboardsounds und überraschenden Songstrukturen.

Mal ehrlich, wie viele italienische Rockbands kennt der durchschnittliche deutsche Musikfan? Viele dürften das nicht sein. Daher ist es kaum verwunderlich, dass selbst Hoffnungsträger wie A Toys Orchestra, die in ihrem Heimatland schon den einen oder anderen Preis abgeräumt haben, in Deutschland weitestgehend unbekannt sind. Und dabei machen sie es uns doch gar nicht so schwer: Viele Songs der 1998 im Südwesten Italiens gegründeten Gruppe sind einfallsreich, markant, stilsicher und in sich stimmig. Damit die Durchsetzungskraft von Stücken wie „Ease Off The Bit“ und „Mrs. Macabrette“ für den deutschen Musikmarkt kein hinter den Alpen verborgenes Geheimnis bleibt, setzen A Toys Orchestra alles auf eine Karte und veröffentlichen mit „An Introduction To…“ ein Best-Of ihres bisherigen Schaffens.

Und das kann sich sehen lassen: Ganze fünf Studioalben hat das Quartett bisher veröffentlicht, vier davon haben es auf die Zusammenstellung geschafft, wobei der Fokus klar auf dem 2007 erschienenen, häufig gelobten Album „Technicolor Dreams“ liegt. Trotz quantitativer Überlegenheit sind es jedoch nicht die Songs dieser Platte, die den guten Eindruck von „An Introduction To…“ manifestieren, sondern stattdessen drei Tracks der im Anschluss veröffentlichten LP „Midnight Talks“: das melancholische „Summer“ sowie die fast schon virtuos eingespielten „Celentano“ und „Plastic Romance“.

Auch der Opener „Midnight (R)evolution“ vom gleichnamigen, aktuellen Album spiegelt die Vielseitigkeit von A Toys Orchestra wider: Der Song beginnt wie eine typische, anfangs leicht mit Keyboardsounds unterlegte Indie-Rock-Nummer, schwingt sich dann aber auf zu verzerrten E-Gitarren-Klängen, zwischendurch ist ein Klatschen zu hören. Plötzlich: Stille, das Klangbild wird auf das Schlagzeug reduziert, kurze Zeit später kehrt die E-Gitarre wieder zurück, dann der entfernt an Conor Oberst erinnernde Gesang von Enzo Moretto und schließlich der Rest der Band. Am Ende schließen Lala-Parts dieses kleine Kunstwerk ab.

Fast über die gesamte Länge von „An Introduction To…“ legen A Toys Orchestra diesen Ideenreichtum vor, häufig, indem sie im letzten Drittel eines Titels, dann, wenn es keiner mehr vermutet, eine kleine Soundwand kreieren – die beeindruckendste wohlgemerkt am Ende von „Late September“, dem Abschlusstrack dieser Zusammenstellung, auf der sich rückblickend nur wenig überflüssiges Material identifizieren lässt. „Panic Attack #1“ hätten sich die Vier auf einem Best-Of sparen können, „Bug Embrace“ irgendwie auch, der Rest geht allerdings klar, mehr noch: Der Rest ist sogar richtig gut.

Anspieltipps:

  • Summer
  • Midnight (R)evolution
  • Plastic Romance
  • Mrs. Macabrette

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