Friska Viljor - Remember Our Name - Cover
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Friska Viljor Remember Our Name


  • Label: Crying Bob/CARGO
  • Laufzeit: 46 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Verspielter Pop aus Skandinavien, der zwischen den Attributen lächerlich und befreit wandelt.

Sufjan Stevens sowie die verrückt optimistischen Arrangements Sigur Rós' kommen einem in den Sinn, wenn der Indie-Zuckerwatten-Kleinkinder-Pop des schwedischen Duos Friska Viljor aus den Boxen dröhnt. „Bite Your Head Off“ und „Boom Boom“ warnen zwar schon mit Dumm-Dumm-Titeln (wobei besonders letzterer Track dieser Beschreibung gerecht wird), aber so kunterbunt hätte man es dann wohl doch nicht eröffnet. Fast brav eröffnet dagegen „Did You Ever“ das Album mit quietschigen „Ooh Wahs“ im Hintergrund, Akustikgitarren und Bläsern. Spätestens mit der Gute-Laune-Garde um „Stalker“ und besagten Dumm-Dumm-Lieder bis zu „Easy Is Hard“, muss man aber auch das Kind in sich heraus lassen, um zu seltsamen Pfeiftönen, Nasenflöten und Fake-New-Wave ohne Grinsen abrocken zu können.

Der Hörer darf sich nicht so ernst nehmen, wenn er die erste Hälfte des Albums „Remember Our Name“ hört. Doch wer das jetzt als Freifahrtschein für kindliche Glücksgefühle versteht, der wird von „I'm Not Done“ und der folgenden Schwere des Seins kalt erwischt. Zu schleppenden Strophen braucht die melancholische Nummer bis zum Einsatz der Bläser, um eine Daseinsberechtigung zutage zu fördern. Obwohl „Streetlights“ und „The F“ wieder hellere Töne anschlagen, dringt unerwartet ein Unterton durch, der von Ernsthaftigkeit zeugt. Von Trunkenheit und Romanzen handelt es plötzlich, bevor die Feel-Good-Hymne „Until The End“ das Bild im Mid-Tempo gerade zu rücken versucht. Aber gerade an dem Tempo des Liedes und den folgenden drei Abschlusshymnen zeigt sich der nicht ganz nachvollziehbare Stimmungswechsel im Laufe des Albums.

Mit Gypsie, Folk und Swing überrascht „Flageoletten“ zwar, bekommt allerdings unnötige Länge inmitten der Ehrenrunde, die vom minimalistischen „Remember My Name“ abgeschlossen wird. Abgesehen von diesem strukturellen Umstand ist „Flageoletten“ allerdings wieder einer der Gründe, warum sich Freigeister den Namen Friska Viljor tatsächlich merken sollten. Bis auf ein paar sehr platte Stilbrüche („Boom Boom“) und die eine oder andere vorhersehbare Nummer („Remember My Name“ und „I'm Not Done“) bringt das schwedische Duo eine gute Portion frischen Wind ins noch so junge Jahr 2013.

Anspieltipps:

  • Flageoletten
  • Did You Ever
  • Stalker

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