Brasstronaut - Mean Sun - Cover
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Brasstronaut Mean Sun


  • Label: Tin Angel/INDIGO
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Brasstronaut vermengen Electronica, Geräusche und Popmusik zu einem ungewöhnlichen Ganzen.

In den unzähligen Veröffentlichungen des Jahres 2012 finden sich immer einige ungewöhnliche Bands und deren originelle Musik. Brasstronaut aus Vancouver, Kanada, sind so eine Entdeckung. Die sechs Musiker zelebrieren Indie-Pop. Kombiniert mit verwirrender Electronica sowie multikulturellen Klängen ist das eine wahrhaft seltsam anmutende Mischung. Klarinette, Trompete, Tempowechsel en masse und die üblichen Rockinstrumente, garniert mit dem Keyboard, werden munter gemixt und klingen aufsehenerregend neu.

Das nun hierzulande erhältliche zweite Album gibt sich betont unaufgeregt: Der Opener „Bounce“ beginnt mit sphärischen Keyboard-Klängen, zarten Bläsern und sanftem (Hall)Gesang, die den Hörer zunehmend entspannen. Das Tempo wird nur langsam erhöht und zusätzliche Instrumente und Klänge eingebaut. Ein wenig erinnert das zeitweise an den von den Australiern (Empire Of The Sun oder Gypsy & The Cat) und den Neuseeländern (The Naked And Famous), eingeführten eingängigen Electro-Pop, doch Brasstronaut wirbeln nicht so radiotauglich die Töne zusammen, sondern bauen häufiger diffizile Klangteppiche auf und singen recht wenig.

Einige Songs werden zeitlich schon sehr ausgewalzt. Die Kürze würde einigen Tracks durchaus stehen, um sie kompakter und nicht so verspielt und experimentell werden zu lassen. Doch das ist auch die Faszination, die solche Indie-Bands ausstrahlen. Sie kümmern sich wenig ums Gefallen, sondern ziehen ihr musikalisches Ding durch. Das Titelstück beginnt schleppend und mit leicht verfremdetem sanften Gesang, Drums und Gitarre und schwelgt wieder im Chill-Out-Modus. Das besitzt durchaus Qualität, die an melancholischen Tagen begeistert. „The Groove“ vereint wieder merkwürdige Töne, einschmeichelnden Gesang, Bläser und diesmal ausnahmsweise eine etwas flottere Melodieführung, die gut gefällt.

Musikalisch gibt es viel zu entdecken auf dieser CD, denn kaum ein Song klingt wie der andere. Auch wenn die klanglichen Experimente ab und zu ausufern, bleibt das Album ein interessanter Einblick in eine neue elektronische Indie-Popwelt, den die sechs Kanadier hier geben.

Anspieltipps:

  • Bounce
  • Mean Sun
  • The Groove

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