Your Army - Ignite - Cover
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Your Army Ignite


  • Label: Intono Records/Rough Trade
  • Laufzeit: 40 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
7/10 Leserwertung Stimme ab!

Your Army kämpfen ums Überleben im authentischen Rockgeschäft.

Sind Lucy Caffrey (Gesang), Chris Skelly (Gitarre), Simon Key (Bass) und Andrew Hollick (Schlagzeug) Namen, die man sich merken muss. Kann Your Army mit ihrem Debüt „Ignite“ ein Ausrufezeichen setzen? Ein Mittelmaß-Album wird der Band aus dem englischen Brighton kaum helfen, sich bemerkbar zu machen. Die Rezeptur zum Erfolg ist dabei so einfach, wie man es zu Beginn bei Billy Talent und ähnlichen Bands ausmachen konnte. Die drei richtigen Riffs müssen her, um mit knackiger Rockgewalt zu locken. Große Ohrwürmer schreibt allerdings nicht jeder alle Tage.

Eines Besseren will der englische Vierer solche Überlegungen von Beginn an belehren. „Without Regret“ und „One Last Time“ strahlen mit kraftvollen Refrains und werden besonders von Lucys prägnantem Gesang getragen. Die Songs sind schnell und unter drei Minuten angelegt. Wie ein Auto, das an einem vorbeifährt, wirkt alles doppelt so schnell und so verdrehen diese Lieder einem den Kopf. Erstaunlich, was allein die Machart eines Tracks ausmacht, da „No Good“ und „10 Seconds“ stellvertretend für die etwas größer angelegten Rocksongs stehen. Hier stehen althergebrachte Rock-Riffs und kräftige Basslines auf dem Programm. Das Tempo wird langsamer und schon kommen einem die Songs länger vor. Besonders im Fall von „10 Seconds“ ist das auch absolut in Ordnung, da man nicht regelmäßig so schön bretternde Rockhymnen hört.

Gerade, wenn man sich vor einem der viel versprechenden Rockalben 2013 wähnt, setzt jedoch der schwierige Mittelteil ein. Wie oft erfahren besonders simpel gestrickte Bands nach einiger Spielzeit zähe Passagen? Im Fall von Your Army kommen wir nicht darum herum. Die emotionale Nummer „Liberate Yourself“ ist der kleine Tiefpunkt nach dem gewollt heftigen, aber klanglich etwas platten „Killer“, sowie dem unentschlossenen „Dance“. Hoffnungsschimmer wie das stampfende „Valentine“ machen immer wieder deutlich, dass die Band in der Lage ist, solch knackige Rocksongs heraus zu hauen.

Es mischen sich mit dem Mittelteil zu viele Tracks ein, die nicht wirklich wissen, was sie im Hörer hervorrufen wollen. Niemand steht Emotionalität im Weg, wenn sie so gekonnt wie in „Throw Up Your Flag“ eingestreut wird. Auch im Schlusstrack „Chase The World“ ist das Pathos angebracht, doch im Mittelteil zeigt die Band auch, dass sie mit Füllmaterial zu kämpfen hat. Das ist bei vielen guten, aber wenigen hervorragenden Stücken durchaus ein Manko, welches in Zukunft angegangen werden muss, wenn Your Army die Schlacht nicht schon verloren gibt. „Ignite“ ist erst mal nur ein kleines Strohfeuer, welches ab und an erstaunliche Funken versprüht, jedoch schnell wieder erlöschen könnte.

Anspieltipps:

  • Without Regret
  • One Last Time
  • 10 Seconds
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