David Garrett - 14 - Cover
Große Ansicht

David Garrett 14


  • Label: Decca/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 78 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Das verlorene Album führt den Hörer auf Zeitreise in die Jugendjahre David Garretts.

Er ist einer der bemerkenswertesten Musiker unseres Landes, der es schafft, die Klassik wieder modern zu machen und Fans aller Generationen zu begeistern. Auf kaum einem vermeintlichen Klassik Konzert sieht man so ein gemischtes Publikum und wird dabei ebenso von den großen Meistern wie auch von modernen Interpretationen begeistert. 2013 erhielt er einen weiteren Echo für sein letztes Werk „Music“, für das er in der Kategorie „Künstler Rock/Pop National“ ausgezeichnet wurde, und bewies damit nur einen Tag vor Veröffentlichung des vorliegenden Silberlings einmal mehr seinen bahnbrechenden Erfolg.

David Garrett ist Model, Entertainer und natürlich allem voran Geigenvirtuose sondergleichen, und damit wahrscheinlich für viele gleichzeitig der perfekte Schwiegersohn. Sein Talent wurde schon früh entdeckt und gefördert, was ihm bereits mit 12 Jahren einen Vertrag mit dem Label Deutsche Grammophon bescherte. Sein neues Album „14“ führt nun beinahe komplett zurück zu diesen Wurzeln, zurück zu den Anfängen von Davids Karriere. Es ist das verlorene Album, ein Longplayer, den David bereits im Alter von 14 Jahren einspielte, um seine Bandbreite und sein Talent unter Beweis zu stellen.

Damit führt es den Hörer auf eine Zeitreise, zurück zu einem jugendlichen David Garrett, der zwar bereits seit 11 Jahren Geigenunterricht erteilt bekam, auf den großen Brettern der Welt aber noch seinen endgültigen Platz finden musste. Doch er war nicht allein, hatte große Mentoren wie Ida Haendel, Yehudi Menuhin und Isaac Stern an seiner Seite, die ihn in der Förderung seines Talents unterstützten.

„14“ erfüllt seinen ursprünglichen Entstehungszweck, das Talent dieses jungen Geigers zu beleuchten, auf ganzer Linie. Technische Geschicklichkeiten, die höchstes Niveau erfordern, werden hier ebenso souverän ausgespielt wie zarte Melodien, die vor allem das Gefühl eines Geigers erfordern. Jede Note sitzt perfekt, jede noch so große technische Schwierigkeit wird gemeistert, ohne Scheu vor großen Aufgaben wie zum Beispiel der „Teufelstriller-Sonate“ oder Kreislers „Praeludium und Allegro im Stile von Gaetano Pugnani“, die mit Trillern und hoher Geschwindigkeit einiges von einem Violinisten abverlangen. Ruhige Stücke dagegen wie Schuberts „Ave Maria“ oder Tschaikowskys „Nur wer die Sehnsucht kennt“ verlangen Ruhe und Gefühl, und genau das legt Garrett in Gänsehaut bereitender Genauigkeit in diese bekannten Melodien.

Damit bestätigt dieser Blick in die Vergangenheit das Talent Davids ohne Zweifel. Dieser komplett klassisch verwurzelte Longplayer schlägt mehr eine Brücke zu seinen jüngsten Veröffentlichungen wie „Legacy“, sollte damit aber auch für seine Fans der eher rockigen Interpretationen nicht minder interessant sein. Es lässt den Hörer eine ganz andere Seite dieses Musikers kennenlernen, die Erinnerung an den schüchternen Wunderknaben, der sich ganz in seiner Musik verlor und - so gibt er selbst zu - noch sehr introvertiert war und nicht mit dem Selbstbewusstsein im Leben stand, das er heute ausstrahlt. Seine Musik allerdings ließ den jungen Musiker schon damals aufblühen und erstrahlen. „14“ ist das Dokument eines Musikers, der sich gerade selbst fand und gleichzeitig schon auf unglaublich hohem Niveau agieren konnte. Entsprechend ist es eine Freude und Bereicherung für die Diskografie David Garretts, dass dieses Album nach 18 Jahren nun doch noch erscheinen konnte.

Anspieltipps:

  • Guiseppe Tartini Violinsonate g-moll „Teufelstriller-Sonate“ Allegro assai
  • Franz Schubert Ave Maria!
  • Peter Iljitsch Tschaikowsky Nur wer die Sehnsucht kennt
  • Edward Elgar La Capricieuse

Neue Kritiken im Genre „Klassik-Pop“
5/10

Let There Be Cello
  • 2018    
Diskutiere über „David Garrett“
comments powered by Disqus