Steve Lukather - Transition - Cover
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Steve Lukather Transition


  • Label: Mascot Records
  • Laufzeit: 46 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
8.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Rockalbum, das frei nach der Devise funktioniert, dass früher alles besser war.

Americana, Blues und Classic-Rock. Das sind die Tugenden, welche Steve Lukather wieder aus dem Feuer holen möchte. Nichts hat er am Hut mit Queen und Journey, die mit ihren kurzen Stücken den Radiomarkt anheizten. Nein, richtige Musik braucht ihre Zeit, um ins Hörerhirn zu sickern. Lukather bietet auf seinem neuen Album weit ausholende Stücke, die noch auf regelmäßige Gitarrensoli, viele Strophen und selbstverständlich einprägsame Refrains setzen. Kein Lied geht vorbei, ohne dass man die Hookline des Albums mitsummen könnte. Ist das nun aufdringlich und auf Dauer langweilig oder einfach nur richtig gute Musik.

In erster Linie ist dies eine Generationenfrage. Kann man mit Classic-Rock überhaupt noch was anfangen oder denkt man mit Grauen an farblich stets fragwürdig blass gehaltene TV-Werbesendungen, welche uns den Zenit einer Musikgeneration versprechen, die keiner mehr kennt. Wenn man (leider) altmodisch gehaltenen Synthesizern, vielfältigen Percussions (wie sich das damals gehörte, als man die afrikanische Rhythmuswelt ausbeutete) und vielen Piano-Gitarren-Balladen noch heute seine Liebe ausspricht, dann kommt die Zeitreise Lukathers gerade recht. Die Melodien tragen selbst über so lange Spieldauern wie die sieben Minuten des Openers. Das ist angenehme Musik zum gemütlichen Kopfnicken und ab und an zum Luftgitarre spielen. Knackig, jedoch für ruhigere Gemüter reserviert.

Das macht sich auch an den vier Balladen deutlich, die nicht selten arg am Rand zur Schnulze wandeln („Rest Of The World“). 50% des Albums geben sich langgezogenen Gitarrentönen hin, die vor lauter Schmachten selbst schon anfangen zu schmelzen. Da vergisst man den psychedelischen Alt-Rock im Titeltrack schon mal und auch „Do I Stand Alone“, welches zwischen Bryan Adams und U2 anzusiedeln ist, scheint mehr eine Anbiederung ans Radio. Die insgesamt jedoch immer sehr ausschweifende Art seiner Lieder beherrscht Steve Lukather ausgezeichnet. Kein Track wirkt zu lang und die neue Platte trägt ihren Hörer vortrefflich durch die Dreiviertelstunde. Die großen Rockhymnen bleiben dafür aus und bei aller (übertriebener) Gefühlsduselei springt auch keine Traumballade heraus. Wer keine Meilensteine, dafür aber ein gutes Rock-Fundament sucht, wird hier garantiert fündig.

Anspieltipps:

  • Creep Motel
  • Right The Wrong
  • Transition

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