Alpha Tiger - Beneath The Surface - Cover
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Alpha Tiger Beneath The Surface


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 57 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Tempogeladener 80er Jahre Heavy Metal trifft auf 80er Jahre Klischees und Fremdschäm-Momente.

Das Debüt „Man Or Machine“ (04/2011) der sächsischen Alpha Tiger (Stephan Dietrich (Gesang), Peter Langforth (Gitarre), Alexander Backasch (Gitarre), Dirk Frei (Bass) und David Schleif am Schlagzeug) knallte als feuchter Spandextraum spätpubertärer NWoBHM-Fans eine herrliche Mischung aus Iron Maiden, Helloween und Dokken vor den Latz, die nicht unbedingt innovativ war, aber mit ihrem Retro-Charme die Herzen der Kritiker im Sturm eroberte. Mit dem Nachschlag „Beneath The Surface“ und dem Wechsel zu Century Media sollen jetzt auch die Verkaufszahlen angekurbelt und die bislang überschaubare Fangemeinde vergrößert werden.

Die Zeichen stehen also auf Sturm und nach dem kurzen, aber vergessenswerten „Intro“ rauchen in „The alliance“ bereits die Gitarren und Alpha Tiger versenken ihre Fangzähne im Fleisch des ahnungslosen Individuums vor den Lautsprecherboxen. Justin Hawkins-Double Dietrich quiekt erneut euphorisiert zum headbangenden Rhythmusgerüst und mit einer gelungenen Mischung aus wuchtigen Strophen, technisch versierten Solos und eingängigen Hooklines wandert der Lautstärkeregler wie von Zauberhand immer stärker nach rechts, um auch die Nachbarn an dem wahnwitzigen Retrometal der Sachsen teilhaben zu lassen.

„Wir haben einen eigenen Stil entwickelt, mit dem ich sehr zufrieden bin“ frohlockt Gitarrist Langforth, doch so einfach ist es dann doch nicht. Gut, „Rain“ ist zu Beginn ein formidabler Schmachfetzen mit sanftem Gong und Klaviergeklimper, dem man seinen Wandel zum testosterongesteuerten Power Metal-Hengst nicht zugestehen würde und auch „From outer space“ und „Along the rising sun“ hacken sich mit gnadenlos-genialen Melodien ins Langzeitgedächtnis. Dafür wandelt der Rest zwischen ehrfürchtiger Rekreation eines vergangenen Jahrzehnts und der Suche nach einer eigenen Identität, bei der die offenen Baustellen leider (noch) überwiegen.

Mit „Beneath The Surface“ bemüht sich der Fünfer nämlich so sehr um ein authentisches Klangbild, dass auch die Schwächen des 80er Jahre Songwritings Einzug in Alpha Tigers Produktionsprozess finden. Die Songs versuchen zwar, mit Hilfe kurzer Ein- und Überleitungen Abwechslung zu schaffen, wenn sich dann aber das restliche Gerüst einer starren Form bedient, wird die Freude über den sorgfältig ausgelegten Retroteppich schneller getrübt als erwartet. Die Jungs befinden sich insgesamt jedoch auf jeden Fall auf dem richtigen Weg, denn wer sich 2013 noch in Spandexhosen quetscht, verfolgt sein Ziel mit einer Hingabe, die früher oder später einfach Früchte tragen muss.

Anspieltipps:

  • Rain
  • From Outer Space
  • Along The Rising Sun

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