Ceremonial Oath - The Book Of Truth (Re-Release) - Cover
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Ceremonial Oath The Book Of Truth (Re-Release)


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 89 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Absolut lohnenswerte Neuauflage eines längst vergriffenen Klassikers der Death Metal-Geschichte!

Bevor Oscar Dronjak (Gesang, Gitarre) mit Hammerfall in die Klischeefalle tappte, Anders Iwers (Gitarre) unter dem Banner Tiamat dem Gothic Metal frönte und Jesper Strömblad (Bass) die reichlich unbekannte Kapelle In Flames gründete, zockten die drei Herrschaften gemeinsam mit Schlagzeuger Markus Nordberg in einer Kapelle namens Ceremonial Oath, die vormals den Namen Desecrator trug. Drei Demos, eine EP und zwei Studioalben warf die Kollaboration ab, bevor sie getrennte Wege ging und jeder mit den eingangs erwähnten Bands sein Glück versuchte. Da das Debüt „The Book Of Truth“ (die Erstveröffentlichung war 1993) längst den Klassikerstatus inne hat, aber seit mehreren Jahren nur mehr zu Preisen jenseits der 100€-Grenze zu bekommen ist, hat sich Century Media einen Ruck gegeben und veröffentlicht den Erstling einfach noch einmal - als pralle Doppel-CD mit dickem Booklet, Liner Notes und unveröffentlichtem Material.

Kernstück ist auf jeden Fall das komplette Opus „The Book Of Truth“, welches selbst nach 20 Jahren nichts von seiner Durchschlagskraft verloren hat. In der Hoch-Zeit der Entstehung des Göteborg Sounds, geprägt durch At The Gates, Dark Tranquillity und In Flames, wurde dieses Kleinod geschaffen und deklassiert mit Leichtigkeit aktuelle Veröffentlichungen zum Produkt durchschnittlicher Hinterhofbands. Ceremonial Oath wussten, wann ein Break zu kommen hatte und wann es sinnvoller war, die Zügel in die Hand zu nehmen und dem Pferd die Sporen zu geben. Geschwindigkeitsrekorde brechen Kompositionen wie „Chapter III: Enthroned“ oder „Chapter VIII: The lost name of god“ mit Sicherheit nicht, doch das sorgfältige Songwriting und die Fingerfertigkeiten der einzelnen Protagonisten machen jede Nummer zu einem wutschnaubenden Bulldozer, der alles in Grund und Boden stampft.

Darüber hinaus gibt es in „Chapter IV: Only evil prevails“ und „Chapter V: Thunderworld“ zwei Melodic Death-Melodien für die Ewigkeit zu bestaunen und wer sich dem zähnefletschenden Monster „Chapter VII: Ceremonial oath“ entziehen kann, hat keine Ahnung von handgemachtem Qualitätsmetal. In jeder Hinsicht schwächer schnalzt dann CD 2 um die Ecke, denn obwohl die Demoaufnahmen von 1989 und 1990 (hier noch unter dem Namen Desecrator) gelegentlich die späte Genialität aufblitzen lassen, vernichtet die vor sich hin röchelnde Soundqualität - und somit ein völlig inhomogenes Klangbild - die Freude an einer tiefgreifenden Entdeckung des Frühwerkes der Truppe. In dieselbe Kerbe hauen auch die EP-Beiträge „The lost name of god“ und „For I have sinned / The praise“, die nicht mehr als rohe Varianten ihrer Gegenstücke des grandiosen Debüts darstellen. Davon sollte man sich aber nicht abschrecken lassen und ohne mit der Wimper zu zucken eines der hervorragendsten Death Metal-Alben der 90er Jahre beim nächsten Besuch im Plattenladen seines Vertrauens in den Einkaufswagen legen.

Anspieltipps:

  • Chapter III: Enthroned
  • Chapter V: Thunderworld
  • Chapter VII: Ceremonial Oath

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