Sacramentum - Far Away From The Sun (Re-Release) - Cover
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Sacramentum Far Away From The Sun (Re-Release)


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 46 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
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Neuauflage eines hochgelobten Melodic Black Metal-Outputs aus, wie sollte es auch anders sein, Schweden.

In den 90er Jahren war es ein Wunder, wenn ein neuer, vielversprechender Metal-Act nicht aus Schweden stammte. Die musikalisch ohnehin schon sehr aktive Monarchie manifestierte sich in dieser Zeit als extrem fruchtbarer Boden für alle Arten von metallischen Pilzen, die aus jeder Ortschaft und Siedlung nahezu einem Wildwuchs gleich aus der Erde schossen. Einer dieser Eukaryoten waren Sacramentum aus Göteborg, die als Nachbarn niemand geringeren als Dark Tranquillity, In Flames und At The Gates hatten, selbst wenn der Sound des Trios, bestehend aus Nisse Karlén (Gesang), Anders Brolycke (Gitarre) und Nicklas Rudolfsson am Schlagzeug, lediglich in Nuancen die melodische Komponente dieser legendären Kapellen besaß.

Sacramentum stützen sich eher auf einen Hybrid aus Dissection und Immortal, welcher neben einer rasanten Gangart mit melodischer Finesse versetzt war. „Far Away From The Sun“ stellte nach einer Demo und der EP „Finis Malorum“ 1996 das Debüt und konnte mit seiner rauen, dunklen Atmosphäre schnell einige Anhänger für sich gewinnen. Es folgten noch die beiden Longplayer „The Coming Of Chaos“ (1997) und „Thy Black Destiny“ (1999), ehe sich das Trio wieder in alle Winde zerstreute. Zum etwas über 15-jährigen Jubiläum legen Century Media den Erstling nun wieder auf und bereichern das Original um eine alternative Abmischung von Dan Swäno (Marduk, Opeth, Dark Funeral) und eine Vinyl-Ausgabe, die der Erstveröffentlichung nicht gegönnt war.

Ohne lange zu fackeln legen die drei Jungs mit „Fog´s kiss“ dann auch los und holzen anfänglich ungebremst auf der Raubsau durch den Wald, entschließen sich dann doch für ein paar Tempovariationen und sorgen auf diesem Wege für einen wahrhaft monumentalen Einstieg. Dies ändert sich jedoch schlagartig, denn Sacramentum halten über die gesamte Laufzeit leider zu stark am Bleifuß fest, was vor allem durch das gleichförmige Geprügel von Drummer Rudolfsson schnell in Monotonie ausartet. Mögliche Höhepunkte wie „The vision and the voice“ degradieren sich dadurch von selbst zu einer stimmungsvollen, aber etwas abwechslungsarmen Schwarzmetallscheibe, die mit dem heiseren Organ von Karlén und den eingestreuten Harmonien einige Pluspunkte aufzuweisen hat, im Ganzen betrachtet aber weniger gut als z.B. The Moanings „Blood From Stone“ (ebenfalls frisch aufgelegt durch Century Media) gealtert ist.

Fazit: Die drei Schweden naschten Mitte der 90er Jahre berechtigterweise am üppigen Black Metal-Kuchen, mehr als eine Dekade später sind viele der damaligen Konventionen jedoch einfach überholt und „Far Away From The Sun“ somit nur mehr eine leicht überdurchschnittlich gute Black Metal-Scheibe mit düsteren wie auch melodischen Vorzügen.

Anspieltipps:

  • Fog´s Kiss
  • Blood Shall Be Spilled

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