The Moaning - Blood From Stone (Re-Release) - Cover
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The Moaning Blood From Stone (Re-Release)


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 56 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Vergessene Perlen der schwedischen Black/Death Metal-Szene der 90er Jahre, Teil 493.

Kaum ein Land hat sich stärker in das kollektive Gedächtnis der Metalheads eingebrannt als das zwischen Norwegen und Finnland gelegene Schweden. Die Menge an kreativen Musikschaffenden ist seit jeher enorm und gerade im härteren Metalbereich stand die Monarchie oftmals als Speerspitze für das Aufstoßen von Grenzen und der Verschmelzung verschiedenster Stilrichtungen. Es ist daher kaum verwunderlich, dass im Laufe der Zeit mehrere großartige Bands nur national Beachtung gefunden und den Sprung ins restliche Europa aufgrund ihrer kurzen Lebensdauer nie bewerkstelligt haben.

Eines dieser Strohfeuer war die aus Lulea (eine Stadt in der nordschwedischen Provinz Norrbottens Iän) stammende Kapelle The Moaning, die Mitte der 90er Jahre einen trockenen Black Metal mit Death´n´Roll-Anleihen spielte (man stelle sich einen Bastard aus Motörhead, At The Gates und Immortal vor), von dem allerdings nur zwei Demos und ein Longplayer das Licht der Welt erblicken durften, bevor sich Pierre Törnkvist (Gesang), Patrik Törnkvist (Gitarre), Mikael Grankvist (Gitarre), Niklas Svensson (Bass) und Andreas Nilzon (Schlagzeug) anderen Dingen zugewandt haben. Man könnte nun einwerfen, dass eine Band, die nicht einmal eine halbe Dekade durchhielt und lediglich ein einziges Album abwarf, als nicht mehr als ein Trittbrettfahrer des aktuellen Zeitgeistes angesehen werden sollte, doch führt man sich „Blood From Stone“ zu Gemüte, merkt man sofort, dass die fünf Herrschaften für etwas ganz Großes geschaffen gewesen wären.

Schon der eröffnende Titeltrack bläst einen förmlich aus den Socken und fasziniert mit einer kompakten Rhythmusgruppe, die weder vor kniffligen Taktwechseln, noch vor subtilen Melodien Halt macht. Wie eine hinterhältige Schlange umkreisen dann die restlichen Stücke den Hörer, um plötzlich zuzuschnappen und ein betörendes Gift abzusetzen, dem es sich im Laufe der folgenden 37 Minuten kaum zu entziehen gilt. Egal ob The Moaning unbarmherzig grollendes Schwarzmetall in eine groovende Rampensau verwandeln („Dreams in black“), einen scheinbar harmlosen Epilog von einem Moment auf den anderen in einen unzähmbaren Mittelteil münden lassen, um das Individuum vor den Lautsprechern in die Besinnungslosigkeit zu rocken („Of darkness I breed“) oder eine Melodic Death-Breitseite zum Marsch gegen Amon Amarth und Konsorten blasen („Mirror of the soul“), „Blood From Stone“ ist ein zeitloses, episches, wie auch abwechslungsreiches Opus, das durch Century Media eine zurecht würdige Wiederveröffentlichung spendiert bekommen hat.

Als Bonus gibt es sogar noch drei Tracks der Demo aus dem Jahre 1994, von denen vor allem „A battle to win“ mit seiner schnörkellosen, auf den Punkt gebrachten Rasanz besticht, während das titelgebende „Blood from stone“ ein weiteres Mal als rauere Version der Demo ´95 beiliegt. Diese zusätzlichen Songs klingen im Vergleich zu anderen, vergleichbaren Releases allerdings nicht wie mit einem Fisher Price-Kassettenrekorder aufgenommen, sondern besitzen durch ihr dem Genre entsprechendem, etwas rohem Klangbild einen ganz speziellen Charme, was jeden Hobby-Metalhistoriker die Freudentränen in die Augen treiben dürfte.

Anspieltipps:

  • Dreams In Black
  • Blood From Stone
  • Of Darkness I Breed
  • A Battle To Win (Demo 1994)

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