Faun - Von Den Elben - Cover
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Faun Von Den Elben


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 47 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Auf zu neuen Ufern? Fauns neuer Silberling erscheint beim Major-Label Universal.

Bereits seit 2002 spielen sich die Musiker der Formation Faun in die Herzen eines kleinen Szenepublikums. Schnell fanden sie mit ihren mittelalterlichen Klängen und dem Pagan-Folk ein Zuhause in der schwarzen Szene und begeisterten diese mit ihren Melodien und ihren energievollen Live-Auftritten. Mit „Von den Elben“ wagen die Musiker nun einen großen Schritt - den zu einer großen Plattenfirma, genauer gesagt zu Universal, was den Künstlern von heute auf morgen starke Präsenz in den deutschen Medien bescherte. Nicht wenige werden die Trailer zum Album im Fernsehen gesehen haben. Ein großer Schritt für Faun, doch die Fans scheinen empört, machen sich im Internet Luft über die Enttäuschung, die Band an den Mainstream verloren zu haben und über die musikalischen Einflüsse des neuen Silberlings. Faun wäre nicht mehr dasselbe. Doch stimmt das?

Oliver SaTyr Pade (Gesang, Nyckelharpa, Harfe, Lauten, E-Gitarre, Maultrommel, Didgeridoo), Niel Mitra (Sampler, Synthesizer), Fiona Rüggeberg (Gesang, Flöten, Sackpfeifen, Dombra, Rebab, Pommer, Oud, Harmonium, Gitarre, Klavier), Rüdiger Maul (Perkussions, Schlagzeug), Sonja Drakulich (Gesang, Hackbrett, Perkussions) und Stephan Groth (Gesang, Drehleier, Flöten, Cister) sind nach wie vor tief in den Klängen mittelalterlicher Musik verwurzelt. Entgegen anderen Veröffentlichungen beschränken sie sich auf „Von den Elben“ auf die deutsche Sprache der Gegenwart. Die vertrauten Ausflüge in akustische Settings, die die Band derzeit auch auf Tour führen, fehlen auf dem aktuellen Longplayer ebenfalls. Stattdessen scheint der Fokus auf der Erzählung mittels hauptsächlich Balladen und balladesken Liedern zu liegen, was den Longplayer überwiegend ruhig gestaltet.

Ausnahmen dazu bieten das Eluveitie-Cover „Schrei es in die Winde“ oder auch „Andro II“, die daran erinnern, dass Bewegung in der Musik Fauns steckt. Duette wie das mit Santiano („Tanz mit mir“) oder die Interpretation von „Minne Duett“, in Teilen von und mit Subway To Sally runden die Tracklist ab.

Den Kritikern vornweg: Sicherlich mag man die Geschliffenheit der Songs nun einfach als Einfluss des Konzern-Riesen interpretieren können. Doch ganz ehrlich - wer sagt euch, dass dieses Album so viel anders gewesen wäre, wäre es beim bisherigen Label Banshee veröffentlicht worden? Und hätte dann ein Hahn gekräht?

Faun haben sich mit „Von den Elben“ nicht neu erfunden. Sie machen nach wie vor mittelalterliche Musik und man bemerkt nach wie vor den Kern ihres kreativen Schaffens in ihrer Musik. Wie eh und je erzählen sie mit ihren Songs Geschichten, wenn auch sie sich diesmal dazu entschlossen haben, einiges auf ein Minimum zu reduzieren und dafür andere Dinge auszuprobieren. Ist das verwerflich? Nein! Das ist Kreativität, künstlerische Freiheit und die Entscheidung von Musikern, die stark hinter ihrem Schaffen stehen. Man kann den Faunen nun nur wünschen, dass sie es schaffen, eine Brücke zwischen alten und neuen Fans zu bauen und dabei stets stark sie selbst zu bleiben.

Anspieltipps:

  • Von den Elben
  • Schrei es in die Winde
  • Andro II
  • Minne Duett (mit Subway to Sally)

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