Hardcore Superstar - C´mon Take On Me - Cover
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Hardcore Superstar C´mon Take On Me


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 46 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Nicht das beste Album der Sleazerocker aus Göteborg, aber dafür die Platte mit ihrem bisher besten Song.

Und alle: „Maybe I give you one more minute / and if I don’t do I don’t want you.“ Und gleich nochmal. Und nochmal. Und nochmal. Großartig. „One More Minute“ ist ein Urknall von einem Hardrock-Song. Entschuldigung: Sleazerock muss es natürlich heißen. Oder Street Metal, wie Hardcore Superstar ihre Musik selbst nennen. Auch Guns N' Roses 2.0 käme dem Ganzen ziemlich nahe. Egal. Fakt ist, dass die vier Schweden in den schicken schwarzen Outfits schon seit 16 Jahren gemeinsam rocken und rollen. Bewundernswerte acht Alben zählte ihr Backkatalog bisher, unter dem Titel „C’mon Take On Me“ gesellt sich nun Nummer neun dazu. Also schnell rein in die Lederklamotten, die Twisted Sister-Gedächtnisfrisur zurechtrücken, die Anlage voll aufdrehen und dann Vollgas.

Doch...Moment, was ist das? Offensichtlich ein Intro, ein quälend langes Intro. „Cutting The Slack“, zu Deutsch in etwa: nachsichtig sein. Ok, sind wir auch nachsichtig und hören uns diese mysteriöse Melodie an, die genauso gut aus einem Tim Burton-Film stammen könnte. Nach 131 Sekunden ist dann aber auch genug und Hardcore Superstar übernehmen endlich das Kommando. Jetzt aber los. Gitarre, Schlagzeug, Bass, Joakim „Jocke“ Berg schreit: „You came to the party just to see me!” So ist es, Alter. „C'mon Take On Me“ ist ein fetter Eröffnungstrack geworden. Es poltert gewaltig, man fühlt sich willkommen, alles ist cool. Und es wird noch cooler, unendlich viel cooler. Mit dem bereits erwähnten „One More Minute“ legt der Göteborg-Vierer dermaßen heftig nach, dass es eigentlich nicht möglich ist, beim ersten Hördurchgang das Ausmaß dieses Songs zu verstehen. Lieber gleich nochmal anhören, besser wird es nicht mehr. Wie auch: Wenn Hardcore Superstar viel mehr von diesen Übernummern hätten, dann wären sie längst auf Stadion-Tour.

Aber es muss ja weitergehen. Und zwar nicht irgendwie, sondern mit der zweiten Single „Above The Law“ und dem etwas ruhigeren, in einer gemütlichen Headbang-Geschwindigkeit eingespielten „Are You Gonna Cry Now“ - beide überdurchschnittlich gut, aber kein Vergleich zu „One More Minute“. Vielleicht ist es besser, künftig nicht alles an diesem einen Song zu messen, das wäre nicht fair. Mit „Stranger Of Mine“ kramen Hardcore Superstar auch erst mal die Akustikgitarren hervor und liefern einen Track in bester Gunners-Manier ab - man denke nur an „You Ain't The First“ und „The Garden“ von der „Use Your Illusion I“-Platte. Danach wird es wieder lauter und mit „Won’t Take The Blame Pt.1“ kehren auch die dreckigen Strophen und die schönen Sing-Along-Refrains zurück. Warum der Song in Part 1 und Part 2 untergliedert ist, bleibt dagegen fragwürdig. Who knows...

Komisch mutet auch „Dead Man’s Shoes“ an, ein klassischer Lückenfüller, der das leider recht schwachbrüstige letzte Drittel von „C'mon Take On Me“ einläutet. „Because Of You“ ist nur ein warmes Lüftchen, „Too Much Business“ ist da schon besser, kann aber trotz eines schönen Zusammenspiels zwischen Rhythmus- und Leadgitarre nicht an den starken Beginn anknüpfen. Und „Long Time No See“....tja, was soll man davon halten? Hardcore Superstar bemühen sich um Abwechslung und bringen zum Finale eine Halbballade, die anfangs zwar etwas zu glatt wirkt, mit der Zeit aber durchaus Sympathiepunkte sammeln kann. Was am Ende bleibt, ist ein gutes Album dieses schwedischen Sleazerock-Quartetts. Keinesfalls ihr bestes, aber was soll’s. Immerhin ist es die Platte, auf der „One More Minute“ drauf ist und das ist doch auch was.

Anspieltipps:

  • One More Minute
  • C'mon Take On Me
  • Won't Take The Blame Pt. 1
  • Above The Law

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