Darwin Deez - Songs For Imaginative People - Cover
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Darwin Deez Songs For Imaginative People


  • Label: Cooperative/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 41 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Nicht einmal fantasievolle Menschen können in diesem Album eine Verbesserung zum Vorgänger erkennen.

„Warum?“, ist eine Frage, die sich häufig stellt, während „Songs For Imaginative People“ aus den Boxen tönt. Gemeint ist das zweite Album von Darwin Deez, der New Yorker Band um Darwin Smith, zu deren Singles „Constellations“ und „Radar Detector“ 2010 in jedem Club von hier bis sonst wo abgefeiert wurde. Mit Recht, wohlgemerkt. Dass ihnen dieses Kunststück mit der aktuellen Platte vermutlich nicht noch einmal gelingen wird, ist die erste Erkenntnis, die „Songs For Imaginative People“ bereits nach wenigen Minuten mit sich bringt.

„Are you sick of not existing“, fragt Smith verwegen im Opener „(800) HUMAN” und man wird das Gefühl nicht los, dass eigentlich ein guter Song hinter diesen aufdringlich zappelnden Beats steckt, der gerne hervorkommen würde, aber gewaltsam zurückgehalten wird. Die Gitarre kämpft dagegen an und gelegentlich gelingt ihr auch ein Vorstoß, aber am Ende ist es aussichtlos. Es wirkt, als könnte Darwin Deez ihr Markenzeichen, die Verbindung von Indie-Folk mit Electro-Klängen, zum Verhängnis werden. Doch keine Panik: Bereits beim darauffolgenden „You Can’t Be My Girl“ passt fast wieder zusammen, was 2010 noch so hohe Wellen geschlagen hat. Eine sommerliche Melodie, ein auffallend eingängiger Refrain und ein kluger Text, der sich - wie so häufig - um das Thema Liebe dreht („You’re sweet but you’re messed up / Your best friend is a red cup“).

Allerdings sind Momente dieser Art selten auf „Songs For Imaginative People“ zu finden, obwohl es an guten Ansätzen nicht mangelt. Zu oft stehen sich Darwin Deez selbst im Weg und lassen eine gute Nummer nicht einfach eine gute Nummer sein. Das beste Beispiel: „Free (The Editorial Me)“ - prinzipiell überaus gelungen, bis die Gitarren fast unerträglich heftig übersteuern und das Ergebnis damit nach unten reißen. Auch „Alice“ fängt vielversprechend an, wirft aber spätestens beim gefühlte zehn Sekunden andauernden „Aaaaaaaalice“ im Refrain mehr Fragen auf, als es Darwin Smith lieb sein kann. Klar, er will sich mit seiner Band von der breiten Indie-Pop-Masse abgrenzen, was ihm auch gelingt, aber leider häufig zu Lasten der einzelnen Songs geht. Lichtblicke wie das mit einem großartigen Refrain versehene „Redshift“ und das ungezwungene „Chelsea‘s Hotel“ können nicht kaschieren, dass Darwin Deez auf ihrem zweiten Longplayer nicht einen Track bieten, der an „Radar Detector“ anknüpfen kann. Fragt sich nur: Warum?

Anspieltipps:

  • Redshift
  • You Can’t Be My Girl
  • Chelsea‘s Hotel

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