Scream Your Name - Scream Your Name - Cover
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Scream Your Name Scream Your Name


  • Label: Deepdive Records
  • Laufzeit: 52 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Laut, lauter, Scream Your Name. Doch was steckt dahinter?

Wenn es ein Klischee für Screamo- und Metalcore-Bands gibt, dann sind es Namen wie Scream Your Name. Anstatt „Name“ hätte man vielleicht „Anger“ wählen können, doch irgendwann ist ja auch Schicht im oft zitierten Schacht. Der Emmentaler Vierer begibt sich auf dem selbst betitelten Debüt auf die Suche nach dem richtigen Rezept für eine Dreiviertelstunde Dauergeballer, das auch nach dem dritten Song noch zündet. Nicht wenigen Bands ist diese Eintönigkeit, die auf CD viel schneller zum Vorschein kommt, als auf einem Endorphin durchtränkten Konzert, schon zum Verhängnis geworden.

Scream Your Name bedienen sich allerdings der üblichen Trickkiste des Metalcore. Das merkt man sehr schnell und soll keinen Schluss gegenüber dem Genre bedeuten. Es gibt doch einige Bands, welche die Flagge ihres (hoffentlich) geliebten Genres hochhalten, doch die breite Masse begnügt sich mit einem Minimalprogramm. Das ist bekanntlich auch in den meisten anderen Musiksparten so. Wir erdulden die heftig „geshouteten“ und „gescreamten“ Strophen, um per Chorus ein wenig mehr Melodie und weniger explosionsartige Riffs und Schlagzeugrhythmen um die Ohren gefeuert zu bekommen. Die ersten drei Lieder lang möchte man noch nickend zustimmen und sagen: „Hey! Die Jungs wissen wirklich, wie sie die Instrumente des Metalcore einzusetzen haben!“ Anschließend fällt jedoch auf, dass bei aller guten Umsetzung nach Handbuch die Überraschungen und die Vielfalt fehlen. Was Scream Your Name von der Masse abhebt, ist da viel weniger die Frage, als dass explosive Knaller nicht mehr so explosiv wirken, wenn jedes Lied auf Flächenbombardement setzt.

Es wäre platt, zu behaupten, dass Scream Your Name nur aus Höhepunkten bestünde. Es gibt sie gewiss, aber sie sind nicht gut genug herausgearbeitet. Stattdessen verliert man bei anhaltender Eintönigkeit schnell die Lust an dem Mix des Vierers. Umso erstaunlicher scheint es, dass selbst die Band von ihrem Stil gelangweilt scheint, da mit den drei abschließenden Bonus-Tracks plötzlich in ganz andere Regionen vorgedrungen wird. Punk und Alternative dürfen sich mit den oft pathetischen oder typisch deutsch auf Englisch clever erscheinenden Texten paaren und wirken wie ein Fremdkörper, der abgeschnitten werden musste. Ohne zu sagen, dass die Bonus-Tracks ein Reinfall sind, ist ihre Platzierung allein schon so irritierend, dass keines der Lieder im Hörerohr bleiben wird.

Es ist nicht alles schlecht auf Scream Your Names Debüt. Ein Label ist gefunden und dass man die Basis des Genres versteht, beweist das Album durch die Bank weg. Was allerdings fehlt, ist ein klares Gespür dafür, wie man mit der Musikrichtung auf Dauer unterhalten will. Die immer selbe Formel auszupacken ist ungefähr auf einer Kreativitätsstufe, wie Billy Talent sie frühzeitig in ihrer Karriere unter Beweis gestellt haben. Für ein solch zweidimensionales, wenngleich in diesem Beispiel kommerziell erfolgreiches Rezept, reicht es bei Scream Your Name jetzt schon. Für mehr müssen sie auch erst mehr bringen.

Anspieltipps:

  • 24/7
  • So Much Pain
  • Moments Of Pleasure

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