River Giant - River Giant - Cover
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River Giant River Giant


  • Label: Devilduck/INDIGO
  • Laufzeit: 34 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Was niemand zu träumen wagte, wird wahr: Die Fleet Foxes jammen mit Nirvana und werden River Giant!

Seattle hat nach wie vor einen guten Namen auf der popmusikalischen Landkarte. Eine These, die von der Band River Giant nachhaltig untermauert wird. 2009 ist ihr Gründungsjahr und bereits 2010 veröffentlichten sie ihre erste EP. Neben Sänger und Gitarrist Kyle Jacobson agieren Trent Schreiner an Bass und Keyboards sowie Liam O’Connor am Schlagzeug, wobei alle drei für die sagenhaften Chorstimmen sorgen. Das vorliegende Debütalbum mit dem schlichten Titel „River Giant“ hat Chris Early (Band Of Horses, Grand Hallway, Gold Leaves) produziert und Ed Brooks (Fleet Foxes, Thousands, The Head And The Heart) einen ausgezeichneten Mastering Job verrichtet.

Die zehn Titel klingen, als hätten sie die Fleet Foxes und Band Of Horses gemeinsam mit Nirvana aufgenommen und als Gäste Lynyrd Skynyrd, die Eagles sowie Neil Young eingeladen. Gerade mit jenen Verweisen im Rücken erzeugen River Giant ihr eigenes Format, das von der ersten Sekunde an zündet. River Giant verstehen es, Euphorie und Enthusiasmus zu entfachen, dich anzufeuern und dem altmodischen Begriff Folk-Rock eine neue Dimension hinzuzufügen.

Wann zuletzt hat es einen Schlagzeuger gegeben, der dermaßen entfesselt seine Felle bearbeitet und dabei ein derart erhabenes Spiel zuwege bringt? Und einen Bassisten, der entsprechend Rhythmus und Melodie mitwummsen kann? Ganz zu schweigen vom elektrischen Saitenspiel Kyle Jacobsons, das hin und wieder Elemente von Neil Young, Gary Rossington und Kurt Cobain aufblitzen lässt. Hier und da lässt Jacobson einige aus dem Hintergrund und Hinterhalt kommende Orgeltöne ins Klanggemälde schlängeln. Darüber lassen sie ihre Chorstimmen fliegen, eine paradiesische Pracht an Harmonie, die mit dem musikalischen Strom eine organische Verbindung eingeht und wie nebenbei ‚das Land wo Milch und Honig fließt‘ findet.

Allein wie sich die „Pink Flamingos“ majestätisch in die Lüfte heben ist ein Genuss, harmonische Folkstimmen verknüpfen sich mit dem Fundament des Grunge. Wie Jacobson auf „I Permute This Marriage“ die Lyrics intoniert, ist mit Leidenschaft, Inbrunst und Passion nur dürftig umschrieben. Er schüttet sein Herz förmlich aus, lässt es über die Zunge rollen und schickt es in den Himmel hinaus, wo es von den gleichgesinnten Stimmen umgarnt wird. Gleiches gilt für „Western“, „Taylor Mountain“ und „Fast Heart“, die mit der Urgewalt Nirvanas nach vorne preschen, flankiert vom Horizonte öffnenden Flussriesen Chor.

Ganze 18 Worte zählt der Text von „Feel Like“, der mantrahaft wiederholt, pure musikalische Schönheit wird. Wenn sie dann auf „Missing You“ den berühmten Sweet-Home-Alabama-Lynyrd-Skynyrd-Riff andeuten und aus seiner 70er Jahre-Gruft befreien, wird deutlich, dass wir eine nie dagewesene musikalische Geschichtsstunde in Sachen Rock und Folk um die Ohren gehauen bekommen und den Balsam der Harmonie von CSN&Y bis zur Band Of Horses um die Seele massiert. Was niemand zu träumen wagte, wird wahr: Die Fleet Foxes jammen mit Nirvana und werden River Giant!

Anspieltipps:

  • Pink Flamingo
  • Western
  • Feel Like
  • Taylor Mountain
  • Missing You

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