Fallen Trees - Dysto Fuzz - Cover
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Fallen Trees Dysto Fuzz


  • Label: Stargazer Records/Broken Silence
  • Laufzeit: 40 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Dystopie + Fuzz Pedale = Westcoast-Folk-Rock aus Schweden

In Sachen Rock war Schweden schon immer eine Bank. In Malmö wurde die aus der Indie-Rock-Band Burst City hervorgegangenen Fallen Trees 2010 von Emanuel Arvantis (Gesang, Gitarre) und David Karlsson (Bass, Gesang), der inzwischen durch Tomas Larsson ersetzt wurde, gegründet. Dessen älterer Bruder Kalle (Banjo, Mandoline) und Mats Aberg vervollständigen das Quartett.

Der treffend gewählte Albumtitel „Dysto Fuzz“ lässt sich auf den Begriff Dystopie und das Fuzz-Pedal zurückführen. Das Wiktionary erklärt Dystopie folgendermaßen: „Das Gegenteil von Utopie; eine Geschichte, die in einer fiktiven Gesellschaft spielt, die sich zum Negativen entwickelt hat.“ Speziell für das Album wurde die auf Gitarrenpedale spezialisierte Firma Moody Sounds beauftragt, Gerätschaft zu entwickeln, die nun in Form des „Dysto Fuzz Kit“ mit der CD-Veröffentlichung einhergeht. Dabei experimentierten die Fallen Trees an die 150 Stunden im Studio, aus denen sich schließlich 12 Titel heraus destillierten.

Nach dem Intro „...(Captain Similar)“ schicken sie uns mit „See Me On The Dance Floor“ auf die Tanzfläche. Es wird ein Tanz auf dem Vulkan, wo es um „Killing The Groove“ geht, um Masken („When You Got That Mask On“), Wirklichkeit und Fiktion („Fiction Reality“); eine zum Teil düstere Abhandlung, die jedoch immer wieder Optimismus und Hoffnung aufleuchten lässt. Dabei verwurzeln die Fallen Trees ihren Sound im Westcoast-Folk-Rock der 60er und 70er, verweisen auf Bands wie Love, Moby Grape und Spirit. Wobei das Ganze mit einer zeitgemäßen Indie-Rock-Haltung gespielt wird.

Hervorzuheben sind die mit psychedelischem Flair gespielten Stromgitarren (wie z.B. auf „Led Astray“), die Rhythmus und Melodie verknüpfen und sich mit den Harmoniestimmen emporheben. Das verfolgt einen ähnlichen Ansatz wie "Marble Son" von Jesse Sykes & The Sweet Hereafter und zeugt dennoch von eigenem Charakter, der auch in den ruhigeren Passagen des Albums wie auf „Midday Blue“ und „Kick It In The Face“ herauszuhören ist. Das Album verdient wiederholtes Hören, gibt nach und nach seine Feinheiten preis, die kompositorische Vielfalt und die klanglichen Schattierungen zwischen hell und dunkel. Ein hoher Lautstärkepegel trägt zum Vergnügen bei.

Anspieltipps:

  • Killing The Groove
  • When You Got That Mask On
  • Kick It In The Face
  • Led Astray

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