Thao And The Get Down Stay Down - We The Common - Cover
Große Ansicht

Thao And The Get Down Stay Down We The Common


  • Label: Domino Records
  • Laufzeit: 37 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Sängerin Thao ist um die halbe Welt gereist, bevor sie die dritte Platte mit ihrer derzeitigen Band aufgenommen hat. Die Wirkung der Einflüsse darf jetzt bewundert werden.

Wie die Sängerin Thao, ihre Band und ihre Musik, so ist auch das Cover ihres neuen Albums: Weiß und schwarz einerseits, kunterbunt und übertrieben knallig andererseits. Auch Thaos Werke sind polarisierend, knallig und laut, aber auch allgemeintauglich, ruhig und besinnlich. Sie macht Pop, Folk und Country. Ihre Songs sind politisch - und sie sind es wieder nicht.

Die Verbundenheit zu gegensätzlichen Elementen jedoch ist kein Zufall. Thao Nguyen, geboren in Vietnam, wächst in einer Kleinstadt in Virginia auf, in der sie nur schwer Anschluss findet. Statt Kontakte zu knüpfen, zupft sie mit zwölf Jahren bereits im Waschsalon der Mutter auf ihrer ersten Gitarre und bringt sich das Spielen selbst bei. Die erste Inspiration findet das junge Mädchen damals in Bluegrass- und Country-Musik. Etwas später findet sie Zugang zu Indie und Folk. Auf dem College lernt sie Schlagzeuger Willis Thompson kennen. Die erste richtige Band mit Erfolgspotential und der nötigen Erfahrung ist geboren. Heute spielt Thao zusammen mit The Get Down Stay Down. Ihr Schlagzeuger heißt Adam Thompson (nein, die beiden sind nicht miteinander verwandt...) und bringt nun die dritte Platte in dieser Konstellation heraus.

Das Mädchen aus der Kleinstadt, das gerne über Liebe und die damit verbundenen Gefühle gesungen hat, ist in die große Stadt San Francisco gezogen und erwachsen geworden. Vor der Entstehung von „We The Common“ arbeitete sie im Rahmen sozialer Projekte mit weiblichen Häftlingen in ganz Kalifornien und tourte, solo und mit verschiedenen Bands, um die ganze Welt. In ihren neuen Songs beschäftigt sich Thao zwar noch immer mit der Liebe, aber eher mit „Love in the aftermath“ (Holy Roller). Die Unbeschwertheit und Freude aus vergangenen Alben sind geblieben, doch hinzugekommen ist der ironische Blick auf die ungeschminkte Realität, wenn Thao davon singt, „I left for a living that I built myself, I thought of you, I called someone else“. Sie ist eben bodenständiger geworden - und dann auch konsequent wieder nicht. Im gleichen Song heißt es weiter: „Breathe the breath of the mountain life; kiss the mouth of the feeling kind.”

Verschiedenes zu sein und verschiedenes zu erleben, das liegt Thao also im Blut. Müsste man ihr neues Werk mit denen anderer Bands vergleichen, fallen einem spontan Bright Eyes, First Aid Kit oder Tegan And Sara ein. Thao ist allerdings noch ein bisschen mehr Hippie, ein bisschen mehr Gitarren-Kunst, ein bisschen mehr schräge Stimme (zum Beispiel im Song „The Day long“). Dadurch fehlt ihr aber auch die klare Linie, die das Album zu einer runden Sache machen würde. Gute-Laune-Mittel? Ja. Allheilendes Wundermittel? Nicht ganz.

Anspieltipps:

  • We the common
  • The feeling kind
  • Holy Roller
  • The Day long

Neue Kritiken im Genre „Indie-Pop“
7.5/10

Mit Den Zehen Am Abgrund
  • 2019    
Diskutiere über „Thao And The Get Down Stay Down“
comments powered by Disqus