The Good The Bad & The Zugly - Anti World Music - Cover
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The Good The Bad & The Zugly Anti World Music


  • Label: Fysisk Format/CARGO
  • Laufzeit: 26 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7.2/10 Leserwertung Stimme ab!

So kuschelig wie Clint Eastwood.

Eigentlich hatten sie mich schon mit dem Bandnamen: The Good The Bad And The Zugly. Wer kombiniert denn bitte den Titel eines Clint Eastwood-Films mit einem Kuschelmonster aus den 80er Jahren? Das ist so herrlich beknackt wie gut gemacht, was sich im Übrigen auch über einen nicht unerheblichen Teil des Debütalbums dieser fünf Norweger sagen lässt. Im Pressematerial heißt es diesbezüglich „genauso widerlich wie unwiderstehlich.“ Das klingt nach einer ganzen Menge Spaß, gepaart mit einer ordentlichen Portion Wahnsinn.

Und es geht in der Tat ausgesprochen gut los: „Reaction Formation“ zeigt ohne Umschweife, dass auf „Anti World Music“ der Begriff Kompromiss keinen Platz gefunden hat. Es wird mit aller gebührenden Punk-Härte losgeballert, hier und da scheinen die Anal Babes durch, auch Turbonegro sind nicht spurlos an The Good The Bad And The Zugly vorbeigegangen (wie auch, immerhin hat Tommy Manboy die Scheibe produziert). Vor allem der Gesang von Lars Dehli erinnert zeitweise deutlich an Hank von Helvete, wobei sich dessen Künste allerdings nur selten so sehr an der Grenze zum Shouten bewegten. Insgesamt ist die Musik der fünf Osloer hardcorelastiger als die ihrer Vorbilder, was nicht zuletzt an den immer wiederkehrenden Gangshouts liegt.

Songtechnisch haben The Good The Bad And The Zugly genug kleine Perlen auf „Anti World Music“ eingelagert, um weit über die Grenzen der norwegischen Hauptstadt bekannt zu werden. „One Kidney Man“, „Smoke ‘Em“ und „Nowhere To Go“ sind Nummern, wie sie besser auf dem Debütalbum einer Punkband kaum sein können. „Please Kill Me“ besäße mit einem weniger unmoralischen Text sogar einen Hauch von Hitpotential. Dabei ist die derbe Ausdrucksweise gar nicht das Problem, sondern vielmehr dieser aufkeimende Anschein von Effekthascherei, der mit einigen Formulierungen mitschwingt. Hat man sich aber erst einmal an die eine oder andere Vokabel gewöhnt, dann ist „Anti World Music“ ein ambitioniertes, unterhaltsames und mit 26 Minuten Spielzeit erzwungenermaßen kurzweiliges Album, das auch nach mehreren Hördurchgängen noch fetzt. Und falls sich noch irgendwer fragt, wie die Bandmitglieder auf die Sache mit dem Zugly kamen, dem sei verraten, dass sie einen unter sich haben: Es ist der Name ihres Bassisten.

Anspieltipps:

  • Smoke ‘Em
  • Nowhere To Go
  • Grünerløkka Streetfighter
  • One Kidney Man

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