Alasdair Roberts - A Wonder Working Stone - Cover
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Alasdair Roberts A Wonder Working Stone


  • Label: Drag City/Rough Trade
  • Laufzeit: 68 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Der alte Vatter Folk in frischen Farben. Alasdair Roberts räumt Steine beiseite und findet sich im Wunderland wieder.

Die Geschichte des schottischen Singer/Songwriters Alasdair Roberts beginnt in der Band Appendix Out, deren erste Single 1996 auf Will Oldhams Label Palace Records erschien. Desgleichen erschienen Split Singles mit Songs: Ohia und Policecat. Nach einem Album mit Traditionals auf Secretly Canadian, fand er seine Labelheimat bei Drag City, auf dem nun sein achtes Album erscheint, das sein zweites mit dem Zusatz ‚& Friends‘ ist. Seine Freunde auf dem vorliegenden „A Wonder Working Stone“ sind Ben Reynolds (E-Gitarre), Shane Connolly (Schlagzeug), Rafe Fitzpatrick (Geige), Steve Jones (Bass) und die wundervolle Gastsängerin Olivia Chaney. Zudem wurde das Klangbild um Streicher, Bläser, Flöten und Akkordeon erweitert.

Thematisch beschäftigt sich Roberts mit den großen Themen Liebe, Tod und Glaube. Dabei legt er ein Geschichtsbewusstsein an den Tag, das in der traditionellen Folkmusik wurzelt. Wobei es ihm um die keltisch geprägte Tradition des Genres geht, das Roberts auf seine unnachahmliche Weise in die Moderne überführt. Die zehn Eigenkompositionen seines neuen Werkes klingen traditionell, strahlen gleichzeitig in einer Frische, die nur wenige in dieser Form hinbekommen. In James Yorkston und King Creosote hat Roberts Seelenverwandte, mit denen er mindestens auf einer Stufe steht.

„A Wonder Working Stone“ ist im wahrsten Sinne des Albumtitels ein Wunderwerk, das sich Roberts hart erarbeitet hat. Nichtsdestotrotz klingen die zehn Songs wie von leichter Hand hingetupft, als sanfte Kleinode, die nie von künstlerischer Anstrengung zeugen. Trotz aller instrumentalen Ausschmückung, schimmert immer die Skizze der Songs durch, die auch alleine mit akustischer Gitarre ihre Wirkung nicht verfehlen würden. Dennoch sind es letztlich die Arrangements und die feinen Interaktionen zwischen den Musikern, die das Album in seinem ganzen Glanz zeigen.

Ben Reynolds E-Gitarrenspiel lässt immer wieder die meisterlichen Qualitäten eines Richard Thompson aufblitzen und Steve Jones zimmert mit Shane Connolly ein adäquates Rhythmusgerüst, über das engelsgleiche Geigen, zauberhafte Föten oder ein warm-wogendes Akkordeon mäandern. Dazu phrasiert Roberts mit schottischer Zunge seine fein gesetzten Verse. Einzelne Titel hervorzuheben fällt schwer, denn sie sind wie an feinen Fäden gezogen und verflochten, so dass ein prächtiges Gesamtgemälde entsteht. Eine zarte, zurückhaltende Pracht, die auch nach wiederholten Durchläufen nichts an Schönheit verliert. Der alte Vatter Folk in frischen Farben. Aller Respekt für Alasdair Roberts, der scheinbar mühelos sein Niveau zu steigern versteht!

Anspieltipps:

  • Fusion Of Horizons
  • The End Of Breeding
  • Gave The Green Blessing
  • The Laverock In The Blackthorn

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